Full text : 1907 (0008)

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ständige Futterbeigaben verwendet werden, so gewöhnt sich
das Tier daran und die Heilmittelwirkung bleibt aus, wenn
die Verabreichung dieser Stoffe in Krankheitsfällen notwendig
wird; dies gilt insbesondere von den regelmäßig in den Vieh—
pulvern enthaltenen Abführmitteln (Schwefel, Glaubersalz).
2. Die Viehpulver werden als Heilmittel oder Vorbeugungs—
mittel angepriesen; im Vertrauen darauf wird das Anrufen
tierärztlichen Rats oder gar die Ausführung seuchenpolizeilicher
Anordnungen unterlassen.
3. Der üble Geruch verdorbener oder gesundheitsschädlicher
Futtermittel wird durch die (meist nach Bockshornklee) stark
riechenden Viehpulver verdeckt, das Vieh über die Schädlich—
keit des Futters getäuscht und von dem Gebrauch seiner na—
türlichen Schutzwaffen gegen Futterschädlichkeiten abgehalten.
4. Die Viehpulver werden zu einem ihrem Wert ganz unange—
messen hohen Preise in den Handel gebracht.
5. Die Viehpulver wirken der Verbreitung und Anwendung
richtiger Grundsätze der Fütterung entgegen und nähren den
landw. Aberglauben. Mit einer Messerspitze voll eines Pulvers
macht man kein Schwein fett und unzuträgliche oder nähr—
kraftarme Futtermittel können durch ein Viehpulver nicht ver—
bessert werden.

Stöhsel.
            
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