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Tierärzte, Zuchtinspektoren und der Organe des landw. Vereins und
der Bauernvereine die meisten unserer Landwirte in ihrer Ueber—
zengung befestigt, daß eine lohnende Viehhaltung nur bei zweckmäßiger
Fütterung und Haltung unserer landw. Nutztiere möglich ist, und daß
die Verabreichung von Geheimmitteln dazu nichts beitragen kann.
Da es aber immer noch leichtgläubige kleinere Landwirte gibt, die
sich durch zudringliche Angebote und marktschreierische Anpreisungen
zum Ankauf von Viehpulvern verleiten lassen, so weisen wir, einen
Beschluß des Bayer. Landwirtschaftsrates ausführend, nochmals auf
die Nutzlosigkeit oder Schädlichkeit der Anwendung dieser Geheim—
mittel hin und stützen uns dabei auf die Urteile unserer berufensten
Fachmänner. Der Direktor der Kgl. Tierärztlichen Hochschule in
Hannover, der Geheime Regierungs- und Medizinalrat Professor
IDr. Dammann schrieb schon 1891 in seinem ausgezeichneten praktischen
Handbuch der Gesundheitspflege der landw. Haussäugetiere: „Die
Reklame macht sich auch auf diesem Gebiete entsetzlich breit. Da gibt
es Kerneuburger Vieh-, Heil- und Nährpulver, orientalisches Viehheil
u. dergl. und täglich tauchen neue Mittelchen auf. Und das Publikum
glaubt den Offerten und kauft die Arkana (Mittel von geheimnis—
voller Wirkung) um so mehr, je absonderlicher die Namen und un—
erkläärlicher die Wirkung. Dagegen anzukämpfen ist vergeblich; man
muß sich mit dem Ausspruch begnügen, daß diese Anerbietungen
kediglich auf die Teichtgläubigkeit und den Gelobeutel der
Vießbesitzer berechnet sind.“
Geheimrat Prof. Dr. O. Kellner, Vorstand der Kgl. Sächs.
landw. Versuchsstation Möckern und Vorsitzender des Verbandes der
landw. Versuchsstationen im deutschen Reiche, schreibt in seiner „Er—
nährung der landw. Nutztiere“, einem Buche, das innerhalb 18 Mo—
naten drei Auflagen erlebt hat, und worin der Verfasser seine wichtigen
grundlegenden Forschungen bespricht: „Begleitet von der Anpreisung,
die Verdauung zu befördern, eine besonders hohe Ausnützung und
Verwertung des Futters bei der Mast und Milchproduktion zu ge—
währleisten, die Tiere zu kräftigen und Krankheiten zu verhindern