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Warnung.
„Alle Obstbaum- und Gartenbesitzer werden hierdurch auf den
amerikanischen Stachelbeermehltau und den Bakterienbrand der Kirsch-—
bäume aufmerksam gemacht.
Der amerikanische Stachelbeermehltau erzeugt auf den Früchten
und jungen Triebspitzen der Stachelbeeren und gelegentlich auch der
Johannisbeeren anfangs mehlweiße, sehr bald aber kastanienbraun
werdende, filzige Flecke, unter denen die Früchte nicht ausreifen,
platzen und ungenießbar werden; die Triebspitzen verkummern. Er
ist imstande, die ganze Beerenernte zu vernichten und die Sträucher
selbst schwer zu schädigen.
Der Bakterienbrand der Kirschbäume gibt zum Absterben der
Aeste der Kirsch- und wahrscheinlich auch anderer Steinobstbäume
oder ganzer Stämme zu jeder Jahreszeit Veranlassung. Er befällt
namentlich die Bäumchen der Baumschulen, richtet aber auch in den
Obsipflanzungen großen Schaden an. Er ist durch Bakterien hervor⸗
gerufen, die dort, wo sie Eingang finden, die Rinde und das jüngste
Holz des Baumes abtöten. Geschieht das in größerem Umfange,
so welkt der über einer solchen Brandstelle stehende Baumteil ab.
Aus der Umgebung der Brandstellen brechen meistens großze Gummi—
massen hervor (Gummi- oder sog. Harzfluß), was aber auch bei
anderen Erkrankungen vorkommt.
Beide Krankheiten sind ausführlicher in den von der Kaiser—
lichen Biologischen Austalt in Dahlem bei Berlin herausgegebenen
und von ihr kostenlos erhältlichen Flugblättern Nr. 35 und 39 be—
schrieben. Sie sind in Deutschland erst in der Ausbreitung begriffen
und werden namentlich durch das Pflanzmaterial verschleppt. Da—
her wird allen Gartenbesitzern und Obstzüchtern bei dem Bezuge
von Stachelbeer- und Johannisbeerbüschen und Steinobstbäumen in
ihrem eigenen und im öffentlichen Interesse Vorsicht empfohlen.
Niemand kaufe, ohne daß ihm vom Lieferanten Gewäbr dafür ge—
boten wird, daß seine Gärten bezw. Schulen frei von den in Rede