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Nr. 12574 2.
Homburg den 11. September 1906.
Circular M 172.
Königliches Bezirksamt
Homburg.
An die Bürgermeisterämter
des Bezirks.
Betreff:
Von Spanien ausgehende Betrugereien.
Da die von Spanien ausgehenden Betrügereien anscheinend noch
immer fortgesetzt werden, erscheint es angezeigt, wiederholt vor diesem
gemeingefährlichen Treiben zu warnen und ergeht gleichzeitig die Weisung,
bei gegebenem Anlasse aufklärend zu wirken.
Der von den Schwindlern gewöhnlich eingeschlagene Weg ist
folgender:
Die als Opfer des Betruges ausersehene Person erhält einen
deutsch geschriebenen, gewöhnlich aus Madrid stammenden Brief, worin
unter dem Siegel der Verschwiegenheit mitgeteilt wird, der Schreiber
sei durch widrige Umstände ins Gefängnis gekommen, besitze eine an—
derwaͤrts hinterlegtes bedeutendes Vermögen und bedürfe zu dessen
Empfangnahme gewisser bei Gelegenheit der Einsperrung beschlag⸗
nahmter Papiere; binnen bestimmter Frist werde sein Gepäck mit
diesen Papieren von Gerichtswegen versteigert; zu dessen Auslösung
sei eine bestimmte Summe nötig. An den Empfänger des Briefes
wird nun unter dem Angebote einer hohen Summe Geldes das An—
sinnen gestellt, hiezu behilflich zu sein; er wird aufgefordert, zum
Zeichen seiner Bereitwilligkeit an eine bestimmte Adresse in Spanien
ein Telegramm mit genau vorgeschriebenem Wortlaut aufzugeben, das
außer der Adresse und der Unterschrift z. B. die Worte „Brief er—