Full text : 1906 (0007)

370

Nr. 2033 2.

Homburg, den 5. September 1906

Gircular M 168.

Königliches Bezirksamt
Homburg.

An die

Buͤrgermeisterämter des Bezirks.

Betreff:
Ursache und Bekämpfung des Typhus.

Laut Mitteilung der k. bakt. Außenstation Kaiserslautern wird
der Typhus regelmäßig dadurch übertragen, daß Typhusbazillen durch
unreine Hände oder sonstige Unreinlichkeit auf die Lebensmittel und
dadurch in den menschlichen Körper gelangen, oder daß sie mit dem
Straßenschmutz aus undichten Abort ete. Gruben in die Brunnen
gespült werden und hiedurch ins Trinkwasser gelangen. Mit dem Grund—
wasser und dergl. hängt der Typhus nicht zusammen.
Darans folgt der Wert einer Wasserleitung, da sie nie
verseucht werden kann, wenn sie gut gefaßt ist, da her kommt
der Wert der Straßenreinlichkeit und der Kanalisation,
sowie der Reinlichkeit im Hause, daher der Wert des Hände—
waschens und der körperlichen Reinlichkeit überhaupt;
denn durch alle diese Maßnahmen werden die Bazillen beseitigt
und von dem Menschen weggeschwemmt.
Andererseits ergibt sich aus der leichten Uebertragbarkeit der
Typhusbazillen, daß, falls ein Typhusfall auftritt, der Kranke sofort
durch Unterbringung in einem Krankenhause abgesondert wird, anderer—
seits durch Controlle derjenigen, die mit dem Kranken zuvor in Be—
rührung gekommen sind, festgestellt wird, ob einer davon Typhus—
            
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