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solche für Schuhmacher und Schlosser in Aussicht genommen. Die
Kosten des Unternehmens würden teils vom pfälz. Gewerbemuseum,
teils vom Staate getragen werden. Soll sich dieses Unternehmen für
die Dauer als lebensfähig erweisen, so muß stets mit einer genügen—
den Teilnehmerzahl gerechnet werden können. Es darf daher er—
wartet werden, daß schon vom nächsten Jahre ab Handwerker aus
der Pfalz, welche einen Meisterkurs besuchen wollen, dieses Vor—
haben erst verwirklichen, wenn in der Pfalz selbst Meisterkurse ein—
gerichtet sein werden. Trotzdem soll jedoch kein einheimischer Hand—
werksmeister an dem Besuche eines der in Nürnberg stattfindenden
Meisterkurse gehindert werden.
Für die Kosten aus der Teilnahme aneinem Meister—
kurs hat der treffende Kursteilnehmer selbst aufzu—
kommen. Doch haben bisher manche Gemeinden und auch die Di—
strikte Homburg, Landstuhl und Waldmohr Miltel bewilligt, um un—
bemittelten Kursteilnehmern Stipendien zuwenden zu können. Auch
im Kreisbudget ist ein Betrag von 500 A. für 1902 zur Verfügung
gestellt worden; ebenso können unter Umständen aus Staatsfonds
Stipendien gegeben werden.
Aus dem Umstande, daß in diesem Jahre fast sämmtlichen
Kursteilnehmern aus der Pfalz Stipendien aus öffentlichen Fonds
im Betrage von je 150 M. haben gewährt werden können, scheint
sich die Anschauung herausgebildet zu haben, daß jedem Kursteil—
nehmer ohne Unterschied ein Rechtsanspruch auf ein Stipendium zu—
stehe; es ist darnach mehrfach vorgekommen, daß Kursteilnehmer noch
vor Bescheidung ihrer Unterstützungsgesuche nach Nürnberg sich
begaben oder daß sie überhaupt erst nach Eintritt in den Meister—
kurs um ein Stipendium nachsuchten, ihr Gesuch lediglich darauf
stützend, daß andere, ebensowenig bemittelte Kursteilnehmer Stipendien
erhalten hätten.
Es muß diesen Anschauungen und den daraus abgeleiteten An—
sprüchen entgegen getreten werden, um — in mildester Beurteilung