356
Unterweisung der Mannschaften im Löschen von Waldbränden
vorzunehmen.
So verschiedenartig die Waldfeuer auftreten, so verschieden muß
auch das Löschen sein.
Man unterscheidet bei Waldbränden folgende Arten:
a. Boden- oder Lauf- Feuer, welches in der trockenen Bedeckung⸗
von Gras, Moos und Staudengewächsen auf dem Boden
fortläuft; dasselbe kommt am häufigsten vor.
h. Gipfel- oder Flug- Feuer, wenn die Flamme sich den Baum—
kronen mitgeteilt hat, was besonders bei den auch im grünen
Zustände leicht brennenden Nadelhölzern der Fall ist.
o. Erd-Feuer, wenn Torf oder Kohlenlager unter der Erdober—
fläche in Brand geraten.
d. Stamm-Feuer, welches entsteht, wenn hohle Bäume oder ge—
schlagene und aufgeschichtete Brenn- und Bauhölzer in Brand
geraten.
Nadelhölzer (Kiefer insbesondere) sind der Weiterverbreitung
der Waldfeuer mehr ausgesetzt, als die Laubhölzer, der Hoch—
wald mehr als der Mittel- und Niederwald.
Lösch-⸗Regeln.
1) Bei einem sogenannten Boden- oder Lauf-Feuer ist folgendes
anzuwenden:
a. Solange das Feuer keine großen Dimensionen angenommen
hat, ist dasselbe durch Ausschlagen mit grünen Aesten und
Zuwerfen mit Erde zu löschen.
.Durch Abräumung und Ausstechung (1 Meter breit) des
Waldbodens, quer zur Richtung des Feuerlaufes, wobei der
Erdausstich nach dem Feuer zu geworfen und durch so ge—
wonnene leere Räume diesem die Nahrung entzogen werden
muß.
c. Durch Gegenfeuer, indem man die Löschmannschaft in ge—
messener Entfernung vom Hauptfeuer in eine Linie auf—
stellt, auf dieser die feuergefährliche Bodenbedeckung in vielen