Full text : 1900 (0001)

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Anleitung

zur

Erkennung und Bekämpfung der Blutlaus.

Da die Blutlaus (Schizoneura lanigera) in Bayern mehr—⸗
fach auftritt und in neuen Gebieten sich zu verbreiten droht, erscheint
es geboten, behufs Vernichtung und Verhütung einer weiteren Aus—
breitung dieses gefährlichen Obstbaumschädlings die geeigneten Be⸗
kämpfungsmaßregeln zu ergreifen.
Die Blutlaus oder Wolllaus gehört zu jenen Insekten, die ohne
Schwierigkeit auch von den Laien erkannt werden können. Sie sitzt
an der Rinde der Stämme, Aeste und Zweige der Aepfelbäume,
seltener auch der Birnbäume, und entnimmt ihnen durch Saugen die
zu ihrer Ernährung nötigen Stoffe. An den Saugstellen entstehen
bis ins Holz reichende Wunden, oft von beträchtlicher Ausdehnung
und mit wulstigem Rande. Die befallenen Aeste und Zweige werden
knorrig, kränkeln und tragen nicht mehr. Die Blutläuse vermehren
sich ungeheuer stark; eine einzige überwinternde Blutlaus kann
im Laufe eines Sommers eine nach Millionen zählende Nachkommen⸗
schaft erzeugen. Man trifft sie stets kolonienweise beisammen und
viele davon sind unter den wulstigen Rändern der Wunden versteckt.
Der Rücken der etwas erwachsenen Tiere ist mit weißen Fäden wollig
überzogen, daher der Name Wolllaus; zerdrückt man solche
Läuse, so erweist sich die entstehende schmierige Masse als blutrot
gefärbt, daher der Name Blutlaus.
Erkennung. Die knorrigen, verkruͤppelten Zweige und Aeste
mit den meist in Klumpen daransitzenden und mit einem weißen
Wollfilz bedeckten Blutlauskolonien sind unschwer zu erkennen; im
Winter fallen die knorrigen Aeste, die übrigens selbst um diese Jahres—
zeit reichlich mit den weißlichen Bälgen besetzt sind, besonders auf.
Unter den Wundrändern überwintern die Tiere vorzugsweise.
Zu bemerken ist noch, daß die während des Frühlings und
            
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