Die Erzeugnisse der Hüttenwerke bestehen in Eisenträgern, Eisenschienen, Schwellen,
Walzeisen aller Gattungen, Formeisen, Blechen jeder Art, Thomasstahl, Feinstahl und Elektroedelstahl,
der vornehmlich von den Röchlingschen Werken produziert wird. Als Nebenprodukte
sind neben Teer und Benzol schwefelsaures Ammoniak (16000 Tonnen) und Thomasmehl
(230000 Tonnen) zu nennen.
Gewonnen wurden insgesamt
Im Jahre
1913
1920
1922
1924
1925
Roheisen
1374 534
644 050
1.154 638
1347 668
1 453 000
Rohstahl
2.080 000
741.000
1 262 038
1 476 138
1 575 000
Die Glas- und Keramindustrie.
Die Glasindustrie des Saargebiets geht in ihren Anfängen bis zum Jahre 1604 zurück.
Die Erzeugnisse der neuzeitlichen Saarglashütten haben sich längst einen anerkannten Ruf
im Inland und Ausland erworben. In den zehn Hütten des Jahres 1913 waren insgesamt
3000 Arbeiter beschäftigt, die in jenem Jahre 3,5 Millionen Quadratmeter Tafelglas, 50 Millionen
Flaschen und für etwa 3 Millionen Mark Hohlglas erzeugten. In den letzten zehn Jahren
erfolgte die Zusammenlegung von Hütten zu neuzeitlichen Groß- und Schwerbetrieben, die
heute in drei Gruppen Tafelglas, Flaschenglas, Kristall-, Preß- und Hohlglas herstellen. Das
Anwachsen dieser Industrie wird klar, wenn man die Zahl der Arbeiter in den verschiedenen
Perioden vergleicht. Im Jahre 1830 wurden 200
1840 „ 415
1855 „ 770
1865 „ 1150
1880 .. 2500 Arbeiter beschäftigt.
Die „Vereinigten Vopelius’schen und Wentzel’schen Glashütten‘“ haben in St. Ingbert eine
moderne, mit allen technischen Neuerungen ausgestattete Hütte erbaut, die als die größte
deutsche Tafelglashütte gilt. Die 27 Meter lange Wanne liefert allein über 200 000 Quadratmeter
Tafelglas pro Monat. Der 4. Teil von allem in Deutschland hergestellten Fensterglas
wird heute im Saargebiet fabriziert.
Die keramische Industrie ist vor allem durch die weltbekannte Firma Villeroy & Boch
vertreten, die über sechs Fabriken verfügt. Dies Unternehmen darf als das größte und
leistungsfähigste seiner Art in Europa bezeichnet werden.
Neben den drei saarländischen Hauptzweigen der Industrie entwickelten sich‘ naturgemäß
weitere Werke im Anschluß an die Schwerindustrie. Ein Wirtschaftsleben im großen Ausmaß
und seltener Mannigfaltigkeit ringt sich trotz der Ungunst der politischen und wirtschaftlichen
Verhältnisse empor. Das Saarland ist eines der wertvollsten Erzeugungsgebiete
Deutschlands, es ist die Kammer, in der die süddeutschen Staaten zu einem wesentlichen
Teile ihren Bedarf an Kohle, Eisen, Maschinen, Metallwaren, Glas, Steingut und vielem
andern decken. Diese wichtige Wertquelle am deutschen Wirtschaftskörper, gegenwärtig
vom Reich durch Zollschranken getrennt, wird sein natürliches Hinterland wieder erhalten
und zu neuer Blüte emporsteigen.