Die Entwicklung des Saarbergbaues und die ausschlaggebende Bedeutung der modernen
Verkehrswege und des Maschinenzeitalters veranschaulicht klar nachstehende Tabelle:
im
Jahre
1750
1780
1790
1813
1816
1830
1850
1855
1869
1880
1890
Zahl der
Bergarbeiter
350
700
917
1245
4580
10.095
18800
22 925
28 928
|
Jahresförderung
in Tonnen
2 400
25 000
50 000
83 000
100 319
200 000
593 856
1 484 000
3 445 000
5211 000
6212000
Im
Jahre
1900
1910
1913
1919
1920
1921
1922
1928
1924
1925
‘ Zahl der
Bergarbeiter
4° 853
53 000
51 600
61 121
71 383
72874
72 790
74 138
74.908
72 583
Jahresförderung
in Tonnen
9397 000
11102 648
13291 770
8 970 848
9 410 433
9574 602
11.240 003
9 192 275
14032118
12 989 849
Der Förderrückgang im Jahre 1923 ist auf einen 100tägigen Streik der Bergarbeiter zurückzuführen.
Das Jahr 1924 bringt die bisherige Höchstleistung mit über 14 Millionen Tonnen.
Unter preußischer Verwaltung umfaßte der staatliche Bergbau an der Saar 31 Grubenanlagen,
die von 12 Inspektionen geleitet wurden. Als besondere Eigenart mag noch bemerkt
werden, daß die Belegschaft vollständig bodenständig ist, sodaß sich der Zuwachs ausschließlich
aus dem eigenen Gebiet ergänzt. Durch planmäßige Siedelungspolitik der preußischen
Verwaltung gelang es einem erheblichen Teil der Bergarbeiter, sich ein eigenes
Besitztum zu schaffen. Im Jahre 1913 waren von 51600 Knappen rund 21000 = %s Hauseigentümer.
Vorhanden waren noch 43 staatliche Schlafhäuser mit 4900 Betten. Segensreiche
Einrichtungen sind auch 20 Industrieschulen, 55 Werksschulen, 25 Kleinkinderschulen und
zahlreiche Arbeiterbibliotheken. ;
Nutznießer der Saargruben ist heute Frankreich, das hier einen vielbeklagten Raubbau
eingeführt hat. Der Reingewinn aus der Förderung beträgt z. B. 1920: 72049246 Franken,
1921: 70895813 Franken, 1922: 99919364 Franken, 1923: infolge eines langen Bergarbeiterstreiks
sinkt der Reingewinn auf 35119311 Franken. Dann erhöht sich die Summe wieder,
obwohl selbst im französischen Parlament der Bergverwaltung wegen ihrer Verschwendung
die schwersten Vorwürfe gemacht werden. Man glaubt heute, begründete Hoffnung zu haben,
daß die Gruben durch Rückkauf noch vor 1935 von der französischen Mißwirtschaft befreit,
wieder in deutschen Besitz übergehen.
Die Eisenschwerindustrie.
Erste urkundliche Erwähnung finden die Eisenschmelzen des Saargebiets im Jahre 1430.
Heute umfaßt die Hüttenindustrie des Saartals fünf Werke: Völklingen, Neunkirchen, Burbach,
Dillingen und Brebach, die insgesamt nach dem Bericht der Regierungs-Kommission über
32000 Arbeiter beschäftigen. Über die Bedeutung und Zusammensetzung dieser Schwerindustrie
unterrichtet folgende Übersicht:
Firma
Röchling’sche Eisen- u. Stahlwerke A.-G.,
Völklingen . .
Burbacher Hütte
Neunkircher Werk
Halberger Hütte .
Dillinger Hütte
Hochöfen
3
%
=
Siemens-Martinöfen
|
Elektroöfen
Koksöfen
Belegschaft
232 7668
300 6516
388 6362
176 4065
248 7494