Full text: 1962 (0090)

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in der Nähe der Anlage verlaufende 65-kV-Frei- 
leitungsnetz. Die Lage der Wäsche schließlich war 
bestimmt durch die Lage des Schachtes und des 
Grubenbahnhots. 
Schaffung des Planums mit Entwässerung 
Wie bereits an anderer Stelle vermerkt, wurde am 
14. März 1958 nördlich Karlsbrunn mit dem Abtra 
gen der Erdmassen begonnen. Aus dem hügeligen 
Ackerland wurde eine zirka 32 ha große Fläche ge 
schaffen, die für den Bau der Tagesanlagen erfor 
derlich ist. 
Die für diese Arbeiten bewegten Erdmassen von 
rund 650 000 Festkubikmeter entsprechen einem 
Gewicht von rund 1 300 000 t. Ein annäherndes Bild 
von der Menge dieser bewegten Erdmassen ver 
anschaulicht die Tatsache, daß sie einer Ladung von 
65 000 Güterwagen von je 20 t oder 1625 Güter 
zügen mit je 40 Güterwagen von 20 t entsprechen. 
Das eigentliche Betriebsgelände wurde in 260 m 
Höhe NN angelegt, der 7,4 ha große Grubenbahn 
hof liegt um 3 m tiefer. 
Um die anfallenden Regen-, Wasch-, Betriebs- und 
Fäkalwässer im Schachtgelände zu sammeln und 
einer außerhalb der Schachtanlage liegenden Klär 
anlage zuzuführen, ist ein umfangreiches Kanal 
system vorgesehen. 
Der Förderturm 
Als wichtigstes und wohl schwierigstes Bauwerk 
über Tag gilt der Förderturm mit seinen Einbau 
ten. Am 20. Juli 1960 wurde mit dem rund 70 m ho 
hen Stahlbetonbau begonnen. Die Grundfläche des 
Bauwerks beträgt rund 17 X 27 m, sein umbauter 
Raum rund 32 000 Kubikmeter. Die zirka 13 000 t 
schwere Gesamtlast des Turmes — Eigengewicht 
einschließlich der eingebauten Geräte und Maschi 
nen — wird durch vier einzelne Gründungskörper 
auf den Baugrund übertragen. 
Aus Gründen der Sicherheit gegen ungleichmäßige 
Senkungen wurde über den Fundamenten eine 
durchgehende Zerrplatte angeordnet. Weiterhin ist 
hier durch entsprechende Ausbildung der Turmver 
lagerung auf den Gründungskörpern die Möglich 
keit vorgesehen worden, mit Hilfe von hydraulischen 
Pressen kleinere Höhenregulierungen bei etwaigen 
ungleichmäßigen Setzungen vornehmen zu können. 
Von der Rasenhängebank an wurde der Turm als 
kastenförmiges Scheibentragwerk ausgeführt. 
Für den Bau waren rund 5000 Kubikmeter Beton 
erforderlich, außerdem 450 t Rundstahl und 80 t Bau 
stahlgewebe. Das Sichtbetonbauwerk wurde mit Um 
setzungsschalung aus vorgefertigten Schalenele 
menten ausgeführt. 
Die Bauzeit betrug fast ein Jahr. 
Sieben Zwischenbühnen im Förderturm 
Zur Unterbringung aller Maschinen und Geräte irr» 
Innern des Turmes werden sieben Zwischenbühnen 
benötigt. Die Maschinenflubühne in 56,64 m über 
Rasenhängebank nimmt zwei Verseilfördermaschi 
nen mit 5,5 m Treibscheibendurchmesser für eine 
maximale Nutzlast von je 30 t auf. Jede Maschine 
besitzt zwei fliegend an die Treibscheibe ange 
flanschte Fördermotore von je 2 970 kW eff. Lei 
stung. Zunächst werden je Maschine nur ein Förder 
motor bei einer Nutzlast von 16 t und zwei Förder 
seile von 56 mm 0 angeordnet. Die lichte Höhe der 
Bühne beträgt 11 m. 
Auf den verschiedenen Zwischenbühnen werden an 
geordnet: die pneumatisch gesteuerte Schnell 
schluß-, Fahr- und Sicherheitsbremse, die Druckluft 
anlage, die Ablenkscheiben, Ventilatoren und Luft 
filter für die Fremdbelüftung der Fördermotore, die 
Stromrichtergruppen, die Prellträger, die Stromrich 
tertransformatoren je 5000 kVA, Steuertransforma 
toren, Saug- und Glättungsdrosseln mit Schnell 
schaltern, die Fangklinken, Ölfangbecken der Trans 
formatoren, die Wärmeaustauscher des Kühlkreis 
laufes der Stromrichtertransformatoren und des 
Kühlsystems der Stromrichter, die Hochspannungs 
schaltanlage der 10 kV Stromversorgung der 
Stromrichteranlage und die Ventilatoren der Turm 
belüftungsanlage. Unterhalb der untersten Bühne ist 
der 30-t-Schnabelkran zum Einbringen der Gefäße 
und Gestelle angeordnet. Auf der östlichen Turm 
seite ist der Abstellplatz für die Reservegefäße und 
-gestelle mit einer 30-t-Krananlage vorgesehen. 
Für die Kabel und Leitungen sind besondere 
Schächte vorgesehen. Alle Bühnen können über 
eine Stahlbetontreppe mit 298 Stufen erreicht wer 
den. Außerdem ist im nordwestlichen Teil des Tur 
mes ein Personen- und Lastenaufzug mit 12 Halte 
stellen montiert. 
Die größten Fördermaschinen an der Saar 
Die beiden Vierseilfördermaschinen, die auf der 
obersten Bühne Aufstellung finden, werden elek 
trisch angetrieben un.d vollautomatisch geregelt. Die 
mit modernen Reglern ausgerüsteten Maschinen er 
lauben eine kurze Anregelzeit. Die Speisung der 
Fördermotoren erfolgt über Stromrichter. Die Strom 
richteranlagen sind die ersten dieser Art, die im 
Saarbergbau Verwendung finden. Es handelt sich 
hierbei um eine ruhende Umformung elektrischer 
Energie von Dreh- und Gleichstrom und umgekehrt. 
Die Stromrichteranlagen haben gegenüber den Leo 
nard-Umformern den Vorteil, daß sie die Umfor 
mung von elektrischer Energie ohne mechanische 
Reibungs- und Leerlaufverluste vornehmen und so 
mit einen besseren Wirkungsgrad ergeben.
	        

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