Full text: 1962 (0090)

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Von Fabian Lith 
F elix ist unter die Kegelbrüder gegangen. Aber 
Felix weiß, daß er noch sehr viel lernen muß, bis 
er es mit alten Meistern dieses Faches auf nehmen 
kann. Felix nämlich stellt sich reichlich dumm beim 
Kegeln an. Er baut sich — steif wie er ist — vorn 
an der Bahn auf, nimmt eine Kugel in die Hand 
und rollt sie fort, so, wie er früher einmal mit Mur= 
mein gespielt hat. Dann vergräbt er seine Hände 
in den Taschen und blickt ohne innere Erregung 
hinter der Kugel her. Auf diese Weise kann er es 
natürlich niemals zu höchsten Ehren bringen. Felix 
hat einmal zugeschaut, wie ein richtiger Kegelbru= 
der die Kugel mitten hineinschiebt in die Kegelver= 
Sammlung — Peng! Alle Neune! 
Ein waschechter Kegelbruder zieht zunächst leichte 
Schuhe an und seine Jacke aus, so daß jeder sich 
über die von ihm bevorzugte Hosenträgermarke un= 
terrichten kann. Sodann befeuchtet er seine Hände, 
greift tänzelnd eine Kugel, nimmt einen gewaltigen 
Anlauf, startet die Kugel mit elegantem Schwünge 
und — ja, und dann darf er beileibe nicht aufhören 
zu tänzeln. Er muß sich den Bewegungen der Kugel 
anpassen, muß ihren Weg ins Ziel mitempfinden, 
sich in den Schultern wiegen, mit den Armen ru= 
dem, und wenn er nach dieser Zeremonie einen 
Pudel wirft, kann das natürlich nur an der Bahn 
liegen. An wem sonst? Bei Felix liegt die Sache 
anders. Er weiß, daß jeder Pudel einzig und allein 
auf das Konto seiner ungeschickten Hände kommt. 
Außerdem aber mag Felix mit der Kugel ohnehin 
nicht so kräftig ausholen, aus Sorge, er könnte den 
Kegeljungen treffen. Felix weiß nämlich genau, 
was ihm in dieser Hinsicht zuzutrauen ist. 
Gelehrige Schüler . 
Karriere 
„Arbeitszeitverkürzung" forderten dieVolks= 
Schüler einer hessischen Gemeinde und tra= 
ten zur Unterstützung ihrer Forderung in 
einen halbstündigen „Streik". Sie hinter= 
ließen einen Zettel, aus dem der Lehrer die 
Forderungen seiner Schüler entnehmen 
konnte: „Wir fordern längere Pausen, län= 
gere Ferien, weniger Hausaufgaben und Un= 
terrichtsbeginn erst ab zehn Uhr" Nachdem 
der Lehrer seine Zöglinge einzeln wieder 
eingefangen hatte, mußten sie die „ver= 
streikte" halbe Stunde nachsitzen. 
Die Regierung war umgebildet, und viele 
neue Minister waren ernannt worden. Am 
Stammtisch in einem kleinen Bauerndorf 
unterhielt man sich über dieses Ereignis. 
„Ist es nicht schön", sagte der Lehrer. .,daß 
ein Sohn unseres Dorfes unter den neuen 
Ministern ist?" 
„Schön?“ rief da ein Bauer. „Sie sagen 
schön? Dieser Sohn aus unserem Dorf hat 
das Dorf einst verlassen, weil er nicht Land= 
wirt werden wollte. 
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