Full text: 1962 (0090)

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Die Landsleute tranken ihm zu und wünschten ein 
neues Lied zu hören. Und in einer Gartenwirtschaft 
der Weltstadt New York erscholl jetzt das zweite 
deutsche Lied in dieser Stunde: „In der Heimat ist 
es schön." 
Plötzlich stand Peters Onkel unter den begeisterten 
Zuhörern. Die bekannte Weise hatte ihn herbei= 
gelockt, nachdem er am Hafenplatz vergeblich nach 
dem Neffen Ausschau gehalten hatte. Groß war 
beiderseits die Freude, als man sich gefunden hatte. 
Jahrzehnte waren vergangen, als eines Abends ein 
älterer Mann, der einen Vollbart trug, mit einem 
zerbeulten Waldhorn in einem Dorfwirtshaus im 
Bohnental erschien. Ein paar Bauern saßen in der 
Schenke beieinander, und jeder von ihnen trank 
einen Schnaps. Keiner erkannte zunächst den 
„Fremden", der am Kopfende ihres langen Tisches 
Platz genommen hatte. Als er aber zu reden an= 
hub, wurden die Männer stutzig, und als er nach 
diesem und jenem im Dorfe fragte, sprang einer 
seiner ehemaligen Schulkameraden auf und rief: 
„Du bist der Müller Pitt!" Und der „Amerikaner" 
feierte mit den alten Kameraden in der Heimat ein 
frohes Wiedersehen. 
„Ist es dir drüben nicht gut gegangen?" meinte 
einer. „O, doch!" sagte Pitt. 
„Und warum bist du zurückgekommen?" — 
„Weil ich in der Heimat, und nur in der Heimat, 
mein Leben beschließen will", lautete die knappe 
Antwort. 
ummi u. P VC 
LIEFERUNG ÜBER DEN FACHHANDEL
	        
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