Full text: 1962 (0090)

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Die Freiheit Amerikas 
im Spiegel der Heimatgeschichte 
Von Pfr. Karl Fischer, Studienrat 
D er amerikanische Maler John Trumbull, von 
dessen Existenz der Leser wahrscheinlich noch nie 
etwas gehört hat und den man auch kaum in einem 
Lexikon finden dürfte, reiste in den Jahren 1785 
und 1795 nach Europa und besuchte Frankreich und 
Deutschland. Über diese Reisen hat er ein Tage» 
buch geschrieben, und merkwürdigerweise findet 
sich in diesen Erinnerungen auch eine Nachricht 
über einen Aufenthalt in dem heute als Stadtteil 
von Homburg aufgegangenen Erbach. Die örtlichen 
Verhältnisse scheinen dem Maler offenbar nicht 
mehr ganz in Erinnerung gewesen zu sein, da er 
unter der sonderbaren Bezeichnung „St. Embright 
(Ingbert) bei Erbach uns folgende Episode zu 
erzählen weiß: „In dieser Gegend befindet sich der 
Palast des Herzogs von Zweibrücken (Karlsberg), 
Prinz dieses Landes und Vetter des Grafen Maxi» 
milian von Bayern. Diese Residenz macht einen 
feinen Eindruck und ist anmutig gelegen. Aß zu 
Abend in Erbach Milchsuppe, bestehend aus ge» 
kochter Milch und Brot, frische Erbsensuppe, 
Hühnchen am Spieß gebraten nebst einem Salat 
aus Kartoffeln, nur gerade gar gekocht, mit ge» 
schnittenen rohen Zwiebeln, angemacht mit Essig 
und öl, sehr gut." Auf diese Weise erfahren wir, 
was die Erbacher vor mehr als 150 Jahren ihren 
Gästen anzubieten hatten. Uns interessiert darüber 
hinaus aber auch der Grund, der den Maler nach 
Paris, Homburg und Hessen=Kassel geführt hat. 
Er befand sich auf einer Studienreise und sammelte 
Skizzen für ein großes Werk, eine Darstellung der 
Eroberung von Yorktown in Virginia 1781. 
Die Eroberung von Yorktown stellt nämlich einen 
Markstein in der Geschichte Amerikas dar, ja sie 
ist in gewissem Sinn die Geburtsstunde der heuti= 
gen Vereinigten Staaten von Amerika. Am 4. Juli 
Übergabe von Yorktown, Virginia, am 19. Oktober 1781, nach einem Gemälde von Trumbull im Weißen Haus in Washington
	        

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