Full text: 1961 (0089)

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Maschinentransformator der neuen Anlage zur Speisung der 220000-Volt-Anlage 
port die Verluste durch Erwärmung der elektrischen 
Leitung gering bleiben. Von St. Barbara aus gehen 
zwei Doppelfreileitungen — ein Mast trägt sechs 
Seile, wobei je drei Seile ein Drehstromsystem bil 
den — für eine Spannung von 65 000 Volt zu ver 
schiedenen Grubenanlagen. Der größte Teil des 
elektrischen Stromes wird aber über je eine Frei 
leitung von 110 000 Volt und 220 000 Volt in das 
deutsche Verbundnetz eingespeist. Die täglich vom 
Kraftwerk gelieferte Elektrizitätsmenge liegt bei 
etwa 4 Millionen Kilowattstunden. 
Biegt man jetzt nach links in die Straße ein, die 
zum Eingang des Kraftwerks führt, so liegt rechter 
Hand ein großer Kohlenlagerplatz, auf dem etwa 
200 000 Tonnen Kohle gelagert werden können 
Dieser Platz ist für die Versorgung des Werkes 
sehr wichtig, wenn man bedenkt, daß für die oben 
genannte Stromerzeugung täglich etwa 2 500 Ton 
nen Kohle verfeuert werden müssen. Der Brennstoff, 
die sogenannte Ballastkohle, wird aus verschiede 
nen Gruben in besonders dafür kunstruierten Groß 
raumwagen über den Bahnweg angeliefert. Die Bal 
lastkohle, die nur in den Kraftwerken Verwendung 
finden kann, fällt bei der Aufbereitung der Förde 
rung als Mittelprodukt und Schlamm an. Sie besitzt 
im Mittel bis zu 30 % Asche und 10 % Wasser. Die 
Kohle wird entweder direkt aus den Großraum 
wagen in Bunkertaschen entladen oder mit Planier 
raupen vom Lagerplatz in die Bunkertaschen ge 
drückt. Vier Austraggeräte ermöglichen eine Mi 
schung der verschiedenen Kohlesorten und beladen 
ein Gummiförderband, welches die Kohle in die 
Bunker im Kesselhaus befördert. 
Der zweite wichtige, nach außen nicht so auffällige 
Rohstoff, mit dem ein Kraftwerk beliefert werden 
muß, ist das Wasser. St. Barbara erhält seine not 
wendige Wassermenge von 13 000 Kubikmetern am 
Tag — das ist etwa ein Drittel des Tagesbedarfs 
einer größeren Stadt wie Saarbrücken — aus gru 
beneigenen Wasserwerken. Der größte Teil des 
Wassers geht in den Kühltürmen durch Verdunstung 
verloren, aber auch als Zusatzwasser für die Ver 
sorgung der Kessel wird eine beträchtliche Menge 
benötigt. 
Wir wollen uns jetzt dem eigentlichen Kraftwerks 
bau zuwenden und gelangen, nachdem wir durch 
den Verwaltungsanbau hindurchgegangen sind, in 
die erste Ausbaustufe des Kraftwerks. Um jedoch 
nicht nur technische Angaben aufzuzählen, soll der 
Weg von Kohle und Verbrennungsluft und der 
Kreislauf von Wasser—Dampf verfolgt werden, 
damit die innere Wirkungsweise eines Kraftwerks 
verständlich wird. 
Die Kohle, die als feiner Staub im Kessel verbrannt 
wird, muß zunächst getrocknet und gemahlen wer 
den. Dazu besitzt jeder Kessel drei Schüsselmüh 
len, in die Kohle aus den Bunkern durch ein Fall
	        

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