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was hatten die mit seinem stets gleichbleibenden
Leben zu tun?
Jetzt aber war mit seinem Weibe die Unruhe in
sein Haus gekommen. Er wurde der Aufträge nicht
mehr Herr. Und schlimmer noch. Mit den Auf=
trägen war manch glattes Wort an ihn gerichtet
worden, das er wie ein Stück Brot in sich aufnahm,
um es nachher wie ein Stein im Herzen zu spüren.
In seiner Not hatte er sich einen Gesellen genom=
men, der eines Tages von seiner Frau ins Haus
geführt worden war.
Wenn der Schmied des Nachts auf seinem Lager
alles überdachte, geschah es oft, daß er ein Kreuz
schlagen mußte, um die bösen Geister zu ver=
scheuchen, die ihm schier das Herz abdrücken
wollten.
Wie war das doch gestern wieder gewesen? Seine
Frau hatte beim Aufträgen des Mittagsmahles
eine irdene Schüssel fallen lassen, die in tausend
Scherben zersprang. Unmutig wollte er gerade den
Mund öffnen, die Frau zu schelten, als der neue
Gesell aufsprang, die Scherben wegräumte und
dabei lachte; „O je, da müssen wir etwas länger
arbeiten, um den Schaden wieder gutzumachen."
Er, der Schmied bemerkte, wie seine Frau einen
dankbaren Blick zu dem Gesellen hinüberschickte,
den der Geselle scheinbar gleichgültig zurückwies.
Solcherlei Blicke und ähnliche Worte stachen wie
mit Messern in sein Herz. Weil es aber keine
handgreiflichen Beweise waren, schmerzten sie um
so mehr, zumal der Geselle nicht zu fassen war.
Hatte einmal sein Weib zu unvorsichtig getändelt,
war es der Geselle, der mit kalten Worten die
Glut des Weibes dämpfte und sich wie angewidert
ihm, dem Meister, zuwandte.
Und das war dem Schmied
auch nicht recht. Wie konnte
ein Geselle seines Meisters
Ehefrau so behandeln?
Ächzend warf sich der Schmied
auf seinem Lager herum. Und
wiederum schlug er ein Kreuz.
Wie sollte er anders die An=
Schläge des Teufels zunichte
machen?
Es war ihm wie eine Erlösung,
als eines Abends mehrere
Bauern aus der Umgebung zu
ihm kamen und sich verlegen
in der großen Stube her=
umdrückten. Erst der Eintritt
der Schmiedin, die Bier aus
hohen Zinnkrügen auszu»
schenken begann, ließ sie be=
weglicher werden. Sobald die
Krüge gefüllt waren, erschien
der Geselle. Und wieder sta*
chen die Messer in des Schmie»
des Herz. Sah er doch, wie
die Hände seines Eheweibes
vor jagender Liebe zitterten,
als sie des Gesellen gewahr
wurde. Der aber schaute über
das Weib hinweg, wie er auch
die Bauern nicht zu bemerken
schien. Der Schmied wunderte
sich über die Macht, die der
Geselle über seine Frau und
die Bauern hatte, mußte er doch mitansehen, wie
die Bauern schier vor Ehrfurcht vergingen beim
Anblick des Gesellen.
Und der Schmied erfuhr, daß sein Geselle niemand
anderes war als der Anführer der Bauern, der
aber unerkannt bleiben wollte. Der Schmied sollte
der Führer der Bauern — wenigstens nach außen
hin — werden. So hätten sie beschlossen, und des»
wegen seien sie heute abend zu ihm gekommen.
Gott und Teufel fielen über den Schmied her. Er
sollte der Anführer der Bauern werden? Er — ein
Der Schmied, einen Schmiedehammer in der Faust schwingend, brüllte am lautesten