Full text: 1961 (0089)

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Gebäude einen günstigen Platz zur Unterbringung 
der fünf in der Stadtgemeinde bestehenden Schu= 
len und Wohnungen für die drei Lehrer und zwei 
Schulgehilfen gefunden zu haben. Die Umbauten 
der Anlagen und ihrer Einrichtung zu Schul= 
zwecken beanspruchten einen Kostenaufwand von 
I 624 Gulden, so daß die Stadt mit rund 6 000 fl. 
genügend Räumlichkeiten für ihre Schulen gewon= 
nen hatte. 
Der Landtag (Volksvertretung) der Pfalz lehnte 
im Jahre 1912 ein Gesuch um Wiedererrichtung des 
Waisenhauses ab. Die Mittel waren nicht mehr 
vorhanden, um den Sinn der Stiftung zu erfüllen. 
Die Stadt konnte daher im gleichen Jahr daran= 
gehen, die bisherige Schule durch einen Erweite= 
rungsbau den Erfordernissen der Bevölkerung an= 
zupassen. 
Seitdem haben wir Inflationen und Währungs= 
Umstellungen erlebt, die das Vermögen der 
alten Stiftung zu einem kleinen Fond zusam= 
menschmelzen ließen. Es ist also nach zweihun» 
dert Jahren trotz des wechselvollen Schicksals doch 
noch etwas mehr als die bloße Erinnerung an den 
menschenfreundlichen Sinn der Gründer des 
Waisenhauses vorhanden. Aber wir wissen alle, 
daß seitdem wieder neue Anstalten zur Unter= 
bringung der von Vater und Mutter verlassenen 
Kinder eingerichtet werden mußten. So haben wir 
heute in unserem Lande die nötigen Heime, in de= 
nen die Kinder gehütet und gepflegt werden, und 
ihr Los ist zweifellos besser als das der Waisen 
vor 200 Jahren. Niemand würde es heute einfallen, 
ein Waisenhaus mit einer Fabrik zu verbinden 
oder gar mit einem Arbeitshaus für liederliche 
Frauen. Dennoch waren die Stifter einer Anstalt 
in den vergangenen Zeiten davon überzeugt, der 
Menschheit zu einem großen Fortschritt verholfen 
zu haben. In gewissem Sinne waren solche Ein= 
richtungen für die damalige Zeit auch ein Fort= 
schritt, da die offizielle staatliche und genossen= 
schaftliche Hilfe für Notleidende bis dahin noch 
unbekannt war. Menschen, die aus irgendeinem 
Grund aus dem sozialen Gefüge herausgerissen 
waren, irrten bis an ihr Lebensende auf den 
Straßen umher und fanden meistens im Straßen= 
graben ein Ende. Nur in einer Hinsicht dürften 
sich die Stifter solcher Anstalten getäuscht haben, 
nämlich in der Überzeugung, durch vernünftige 
Überlegungen der Menschheit zu einem irdischen 
Paradies zu verhelfen. Wir werden hier auf Erden 
alle Zeit Arme bei uns haben, und dazu bedarf es 
nicht nur einer Organisation, sondern vor allem 
der Liebe. 
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