Full text: 1960 (0088)

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und Vieh den Durchzug der feindlichen Völker 
überstehen. Um aber die Heimstätten nicht eher 
als unbedingt nötig zu verlassen, waren junge 
Burschen nach allen Richtungen hin als Späher 
ausgeschickt worden, die etwas Verdächtiges sofort 
melden sollten. 
Der Reimsbacher Michel ist der erste, der den 
Rauch über Losheim aufsteigen sieht. Das ist 
Brandrauch, gemischt mit rotzüngelnden Flammen. 
Michel kennt diesen Rauch. War er doch als ldei= 
nes Kind mit dem Kriegsvolk herumgezogen und 
eines Tages einfach zurückgelassen worden. Die 
Mutter war sicher eines der Soldatenweiber ge* 
wesen, das seiner überdrüssig geworden oder viel= 
leicht auch gestorben war. Ein Bauer aus Nun* 
kirchen hatte ihn mit sich genommen und ihm den 
Namen Michel Reimsbacher gegeben. 
Michel rennt in das Dorf zurück: „Sie kommen! 
Sie kommen! In Losheim sind sie schon!" 
Jetzt ist es so weit! Weinend und betend die einen, 
fluchend und brüllend die andern, machen sich alle 
zum Aufbruch fertig. Die Viehtreiber sind schon 
bei der Arbeit. Hastig wird das Vieh aus den Stäl* 
len gezerrt und auf den Platz vor der Kirche ge* 
trieben. Während die Frauen und Mädchen noch 
einige Dinge in die Bündel hinein tun und diese 
dann verschnüren, klatschen schon die Peitschen 
auf die Viehrücken nieder. Es muß schnell gehen, 
aber das dumme Vieh will einfach nicht von den 
Ställen fort. Bis in das vorbereitete Versteck in der 
„Hackenbach" ist es weit, da muß man sich dran* 
halten. 
Es ist Nachmittag. Ein sonniger Herbsttag rüstet 
sich, golden zur Neige zu gehen. Wie schön wäre 
die Welt, wenn ... ja, wenn nicht vor der Sonne 
dunkle Schwaden aufziehen würden, wenn nicht 
Brandgeruch die Luft erfüllen würde! 
Die Frauen weinen still vor sich hin. Ihren ärgsten 
Schmerz haben sie bereits in lauten Jammertönen 
hinausgeschrien. Nun schlägt der Schmerz auf ihr 
Herz und krallt sich dort ein. 
Die Männer werfen sich die Bündel über. Mit 
einem Fluch zwischen den Zähnen brechen sie auf: 
„Wo sind jetzt unsere hochmögenden Herren, daß 
sie uns beschützen? Wo ist unser Schutzherr, der 
Lothringer? Wo ist unser Vogt, der Hagen aus 
Büschfeld? Fort, geflohen! In friedlichen Tagen 
waren sie über uns, und jetzt, in kriegerischen Zei* 
ten, kommen die Schweden über uns. Es ist zum 
Gotterbarmen!" 
Scheu drücken sich die Männer an der Kirche vor* 
über. Sie wissen, daß sie leer ist. Der Schloßkaplan 
BiOCiTilM 
Es zahlt 
sich aus 
Gute Nerven sind Goldes wert; sie bestim- 
inen den beruflichen Erfolg und das Glück im 
Leben. Mehr denn je kommt es heute darauf 
an, die Nerven, gute Laune, Konzentrations 
fähigkeit und Schaffenskraft bis in die reifen 
Jahre hinein zu behalten. Nur dann erntet 
man die Früchte seines Fleißes und seiner 
Erfahrung — nur so wirkt man jung und bleibt 
leistungsfähig. 
BIOCITIN ist da9 Richtige für Nerven und 
Gehirn, für Geist und Körper. BIOCITIN 
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