Full text: 1959 (0087)

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büßen erleidet. Von Verlusten kann auf die 
Dauer auch die Mineralölindustrie nicht leben. 
Im Gegenteil: Sie braucht Überschüsse, um ihre 
für die nächsten Jahre geplanten erheblichen 
Kapazitätserweiterungen durchführen zu kön 
nen. Es ist also anzunehmen, daß sie, sofern sie 
ihrer Kundschaft einmal sicher ist, den Heizöl 
preis so bestimmt, wie sie es für zweckmäßig 
erachtet. 
Dabei ist einwandfrei erwiesen, daß bei an 
nähernd normaler Preisbildung die Betriebs 
kosten einer Ölheizung — ohne Berücksichti 
gung der hohen Aufwendungen für ihre Instal 
lierung — erheblich höher liegen als bei der 
Verwendung fester Brennstoffe. Während der 
Betrieb einer mit Koks beschickten Heizung im 
Durchschnitt 10—15 Prozent billiger ist als eine 
Ölheizung, ist der Unterschied Kohle-Öi noch 
deutlicher, da hier die Kohle sogar 25—40 Pro 
zent preisgünstiger abschneidet. Dabei ist fest 
zustellen, daß sich speziell die automatische 
Unterschubfeuerung für Flammkohle, die von 
aen Herstellerfirmen ständig weiter entwickelt 
und vervollkommnet wurde, an der Saar be 
sonders bewährt hat. Bei diesen Anlagen ist 
die Automatik-Brennstoffnachschub und Einstel 
lung der Temperatur durch Thermostaten — m>t 
der gleichen Sicherheit und Präzision wie bei 
Olaggregaten gewährleistet. Von diesen auto 
matischen Schnecken-Unterschubfeuerungen, die 
sich durch besondere Wirtschaftlichkeit und uni 
verselle Anwendungsmöglichkeiten auszeichnen, 
sind z. Zt. an der Saar über 1 6G0 in Betrieb, 
und zwar in den Heizungsanlagen von Wohn- 
und Geschäftshäusern, in Behörden-, Kranken 
häusern und Schulen sowie als Industriefeue 
rungen der verschiedensten Industriezweige. 
Der lang gehegte Wunsch nach einer vollauto 
matischen Koksfeuerung, die sowohl die täg 
liche Arbeit der Beschickung und der Asche- 
Entfernung wie auch der sonstigen Wartung 
ausschaltet, konnte durch die Schaffung der 
Koks-Stoker-Feuerung für Ein- und Mehrfami 
lienhäuser verwirklicht werden. Bei dem Koks- 
Sloker wird durch eine sinnvolle Konstruktion 
nicht nur die Brennstoffzufuhr und die Regelung 
für den jeweiligen Wärmebedarf vollautoma 
tisch besorgt, auch die Entaschung bis in die 
Mülltonne erfolgt selbsttätig. Der Koks-Stoker 
bietet damit die vollen Annehmlichkeiten einer 
automatischen Wärmeversorgung bei sauberer 
wirtschaftlicher Ausnutzung des heimischen 
Brennstoffs Koks. 
Ein weiteres Plus der festen Brennstoffe be 
steht darin, daß sie infolge der Sorgfalt bei der 
Kohleaufbereitung und der von den Kohleer 
zeugern in langer Forschungsarbeit entwickelten 
Möglichkeit, hochwertigen Koks für jeden Zweck 
herzustellen, in einer immerzu gleichbleibenden 
Qualität zur Verfügung gestellt werden können. 
Dagegen ist es nicht leicht und auch niemals 
sicher, immer Heizöl gleicher Herkunft zu er 
halten. Beim Mischen von verschiedenen ölarten 
können aber nicht nur Schwierigkeiten am Bren 
ner, sondern auch schwer zu beseitigende bitu 
minöse Verschmutzungen in den Öltanks sowie 
: n den Ölleitungen eintreten. 
Und schließlich noch ein bedeutender Ge 
sichtspunkt, der oft übersehen wird. Der größte 
Teil des Heizöls kommt aus fernen Ländern und 
muß einen vielen tausend Kilometer langen 
Weg zurücklegen, bis es zum Verbraucher ge 
langt. An den Quellen der Verteilerstellen sitzen 
die arabischen Ölkönige des vorderen und mitt 
leren Orients, unberechenbare und launische 
Herrscher über Länder, in denen Krisen, Revo 
lutionen und Umstürze von weltweiter Trag 
weite fast an der Tagesordnung sind. Gerade 
jene Länder, in denen die Ölquellen fließen 
und durch die die Pipelines geführt werden, 
sind in den letzten Monaten mehr und mehr zu 
einem weltpolitischen Krisenherd allerersten 
Ranges geworden. Die Suez-Affäre war ein 
erstes kleines, aber klassisches Beispiel dafür, 
was über Nacht geschehen kann, wenn der Öl 
strom ins Stocken gerät oder langsamer zu flie 
ßen beginnt. Was aber würde dann 'gesche 
hen, wenn es den orientalischen Ölkönigen 
aus diesen oder jenen, heute noch nicht über 
sehbaren Gründen, einmal einfallen sollte, den 
Olhahn einfach zuzudrehen? So viel steht fest: 
Sie würden es um ihrer eigenen Vorteile willen 
tun und sich keinen Deut darum scheren, ob die 
Ölheizungen bei uns brennen oder deren Be 
sitzer frierend mit den Zähnen klappern. 
Die Flöze der Saargruben 
Die Saargruben betrieben Abbau in den 
Schichten der Ottweiler und Saarbrücker 
Gruppe. Die Flöze der Ottweiler Gruppe 
führen oberste Flammkohle, die Flöze der 
Saarbrücker Gruppe in den hangenden Schick 
ten Flammkohle und in den liegenden Schich 
ten Fettkohle. Die Lagerung ist in den heute 
vom Abbau erfaßten Schichten überwiegend 
flach. Die durchschnittliche Flözmächtigkeit der 
zur Zeit im Abbau stehenden Flöze beträgt 
1,42 m Kohle und 0,36 m Berge. 
Jeder Saarbergmann hat einen 
CO-Filterselbstret.ter 
Die gesamte Untertagebelegschaft der Saar 
bergwerke AG ist heute mit dem CO-Filter- 
selbstretter ausgerüstet. Das handliche und 
leicht zu bedienende Gerät schützt seinen Be 
nutzer vor dem Einatmen des Kohlenoxyds 
und damit vor der Gefahr einer CO-Vergiftung. 
Insgesamt sind heute 42 000 Dräger Geräte 
eingesetzt. Kein Bergmann darf ohne diesen 
CO-Filterselbstretter einfahren.
	        

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