Full text: 1959 (0087)

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deranlage im Kerngebiet des Warndt liegt. Das 
Kohlenvorkommen des Warndt, das in der Ver 
gangenheit das lothringische Revier zur Planung 
und Entwicklung bedeutender Förderkapazitäten 
veranlaßt hat, bietet für die Saarbergwerke AG 
sehr günstige Voraussetzungen zur Errichtung 
einer neuen Förderschachtanlage. 
Es ist an dieser Steile darauf hinzuweisen, 
daß die Absicht zur Errichtung einer neuen 
Schachtanlage im Warndt unter den gleichen 
Voraussetzungen bereits im Jahre 1938 seitens 
der damaligen Saargruben AG bestanden und 
zur Ausarbeitung entsprechender Planungen ge 
führt hatte, als nämlich in einem 1935 zwischen 
der deutschen Regierung und den lothringischen 
Bergwerksgesellschaften abgeschlossenen Ver 
trag die Beendigung der Pachtverhältnisse inner 
halb von fünf Jahren vorgesehen worden war. 
Die Verwirklichung dieses Vorhabens wurde 
durch die Kriegsereignisse verhindert. 
Die neue Förderanlage wird die Saarberg 
werke AG in die Lage setzen, die in den Pacht 
feldern zu den Zeitpunkten ihrer Rückgabe vor 
handenen Grubenbaue und ortsfesten Anlagen 
und Einrichtungen zu den im Pachtvertrag im 
einzelnen festgelegten Bedingungen zu über 
nehmen und die damit gegebenen Möglichkeiten 
zu nutzen. 
Gegen den Anschluß der Warndtpachtfelder 
an die in der Nordostecke des Warndt gelegene 
Grube Velsen sprachen eine Reihe eindeutig 
vorauszusehender schwerwiegender Nachteile. 
Die Grube Velsen wird allerdings zweckmäßi 
gerweise die zu ihrem Grubenfeld unmittelbar 
benachbart anstehende Fettkohle des Pachtfel 
des St. Charles weitgehend übernehmen. Velsen 
kann dadurch einen zur Zeit bereits eingeleite 
ten Ausbau auf eine Tagesförderung von 7 500 
Tonnen entwickeln. Das Grubenfeld der neuen 
Schachtanlage im Warndt wird damit die ge 
samten südlich des Merlenbacher Sattels und 
südlich des Warndtsprunges anstehenden Fett- 
und Flammkohlenvorräte umfassen. Der nörd 
lich des Merlebacher Sattels und dort nördlich 
des Warndtsprunges anstehende Fettkohlenvor 
rat gehört zum Grubenfeld der Grube Velsen. 
Der Standort der neuen Schachtanlage 
Für die Wahl des für die neue Förderanlage 
geeignetsten Standortes war neben den geolo 
gischen und topographischen Überlegungen 
die aus der stufenweise Übernahme der Pacht 
felder resultierende Aufgabenstellung maßgeb 
licher Gesichtspunkt. Der nördlich der Ortschaft 
Karlsbrunn festgelegte Standort erfüllt alle 
wichtigen Bedingungen in sehr günstiger Weise: 
Er ist im Schwerpunkt des Kohlenvorkommens 
und gleichzeitig zu den einzelnen zukünftigen 
Abbaufeldern zentral gelegen. Damit werden 
der späteren Entwicklung der Anlage sehr weit 
gehende Möglichkeiten erschlossen. Die zum 
Anschluß der mit den Pachtfeldern übernom 
menen Grubenbaue erforderliche Ausrichtung 
bleibt auf ein Mindestmaß beschränkt und kann 
den zu den verschiedenen Zeitpunkten der 
Übernahme jeweils angetroffenen Verhältnissen 
ohne Schwierigkeiten angepaßt werden. Der 
Standort liegt außerdem weit außerhalb des 
Einwirkungsbereichs der von den Houilleres du 
Bassin de Lorraine in den Pachtfeldern noch be 
triebenen Gewinnung. Der für den gewählten 
Standort zum Schutze der Anlage vorgesehene 
Sicherheitspfeiler steht, wie die im vergangenen 
Jahre bis zu einer Teufe von 1200 m niederge 
brachte Untersuchungsbohrung Karlsbrunn IV 
bestätigt hat, im Bereiche der Achse des Merlen 
bacher Sattels in einer fiözarmen Zone. Es ste 
hen dort nur die tiefsten Sulzbacher- und Rot 
heller Schichten unter Tonstein 4 mit 12, 15 Me 
tern bauwürdiger Kohlenmäächtigkeit an, wäh 
rend der größere Teil der Fettkohlen mit rund 
21 Metern und die gesamte untere und obere 
Flammkohle mit rund 45 Metern bauwürdiger 
Kohlenmächtigkeit erodiert sind. Der Sicher 
heitspfeiler wird infolgedessen einen nach 
Menge und Bauwürdigkeit nur gering zu bewer 
fenden Kohlenvorrat enthalten, sodaß in seinem 
Bereich spätere Abbauverluste in nennenswer 
tem Umfange sehr weitgehend vermieden wer 
den. Schließlich ermöglichen die topographi 
schen Gegebenheiten des Standortes nördlich 
Karlsbrunn den Bau eines leistungsfähigen 
Eisenbahnanschlusses vom Bahnhof Großrosseln 
her. Ein für die Förderanlage geeigneterer 
Standort ist im Warndt nicht nachzuweisen. 
Die Errichtung der Förderanlage und ihr 
zukünftiger Ausbau 
Am vorbezeichneten Standort sind im März 
1958 die Planierungsarbeiten angelaufen. Die 
Schachtanlage kann bei planmäßigem Verlauf 
der Arbeiten zum 1.1. 1962 termingerecht för 
derbereit erstellt werden. Die neue Anlage soll 
parallel zu der in drei Etappen erfolgenden 
Übernahme der einzelnen Pachtfelder in drei im 
Abstand von je zehn Jahren aufeinanderfolgen 
den Ausbaustufen zu einer Großschachtanlage 
entwickelt werden. 
Die erste Ausbaustufe wird am 1.1.1962 mit 
der Übernahme der Pachtfelder St. Charles- 
Vuillemin eingeleitet. Letzteres umfaßt auch ein 
von der Grube Merlenbach, deren Flauptfeld 
südlich des Warndtsprunges liegt, nördlich die 
ses Vorwurfes zur Gewinnung entwickeltes Teil 
feld. Das Förderziel der ersten Ausbaustufe 
sieht eine Tagesförderung von 6 000 Tonnen 
Flammkohlen vor, die nach der Übernahme des 
Flammkohlenabbaus der Grube Vuillemin im 
Felde Vuillemin und der Grube Merlenbach in 
ihrem vorerwähnten nördlich des Warndfsprun- 
ges gelegenen Teilfeld in dem daraus gebilde 
ten Flammkohienfeld zu entwickeln sein wird. 
Die Niederbringung des Förderschachtes 
Für die erste Ausbaustufe wird für Förderung 
und Seilfahrt ein Förderschacht erforderlich, des-
	        

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