Full text: 1959 (0087)

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Der größte Teil dieses bedeutenden Kohlen 
vorrats liegt in Baufeldern, die gegenwärtig 
noch als Pachtfelder von den fünf in Grenznahe 
auf französischem Hoheitsgebiet liegenden Gru 
ben St. Charles, Wendel-Vuillemin, Ste. Fontaine, 
Cuvelette und Merlenbach der Houilleres du 
Bassin de Lorraine aus gebaut werden. Auf 
diese Pachtfelder entfallen Kohlenvorräte von 
rund 560 Millionen Tonnen, von denen rund 270 
Millionen Tonnen Fettkohlen und 290 Millionen 
Tonnen Flammkohlen sind. Die Gesamtvorräte 
von rund 770 Millionen Tonnen bauwürdiger 
Kohle liegen in Feldern einer Fläche, die mit 
insgesamt rund 33 Quadratkilometern der Aus 
dehnung von 15 Normalfeldern entspricht 
(1 Normalfeld hat die Fläche von 2,2 Quadrat 
kilometern), und stehen in einer mittleren Koh 
lendichte von 23,3 Tonnen je Quadratmeter Fel 
desfläche an. Die darin mit einem bauwürdigen 
Kohlenvorrat von 560 Millionen Tonnen enthal 
tenen Pachtfeldern umfassen mit 22,9 Quadrat 
kilometern die Fläche von 10,4 Normaifeldern. 
Die mittlere Kohlendichte beträgt in den Pacht 
feldern 24,5 Tonnen je Quadratmeter, und zwar 
bei den Fettkohlen 17,6 Tonnen je Quadrat 
meter und bei den Flammkohlen 38,7 Tonnen je 
Quadratmeter Pachtfeldfläche. Diese Zahlen 
machen den besonderen Reichtum des im 
Warndt liegenden Kohlenvorkommens deutlich. 
Die Regelung des zukünftigen Kohlenabbaus 
im Warndt 
Der zukünftige Abbau dieses Vorkommens 
wird im grundsätzlichen durch die Bestimmungen 
der Artikel 78 bis 82 des Vertrages zur Rege 
lung der Saarfrage vom 27. Oktober 1956, im 
einzelnen insbesondere durch einen in der er 
sten Hälfte des Jahres 1958 zwischen der Saar 
bergwerke AG als Verpächter und den Houil 
leres du Bassin de Lorraine als Pächter abge 
schlossenen Pachtvertrag geregelt. Der Abschluß 
dieses Pachtvertrages erfolgte in Erfüllung der 
Bestimmungen des Artikels 78 des vorerwähn 
ten Saarvertrages; der Wortlaut des Pachtver 
trages ist in dem als Anlage 25 dem Saarver 
trag beigefügten Entwurf festgelegt, nach des 
sen Bestimmungen bereits seit dem Inkrafttreten 
des Saarvertrages verfahren wurde. 
Nach diesem Pachtvertrag räumt die Saar 
bergwerke AG den Houilleres du Bassin de Lor 
raine im Wege der Verpachtung das Recht ein, 
eine auf insgesamt 66 Millionen Tonnen verwert 
barer Förderung begrenzte Höchstmenge an 
Kohlen aus den innerhalb des deutschen Ho 
heitsgebietes liegenden Pachtfeldern St. Charles- 
Vuillemin, Ste. Fontaine und Merlenbach-Cuve- 
lette abzubauen. Für den Abbau in diesen 
Pachtfeldern sind drei Zeitabschnitte festgelegt, 
bei deren Abschluß die Pachtfelder an die Saar 
bergwerke AG in nachstehender Reihenfolge 
zurückgegeben werden: 
Zum 1.1.1962 Rückgabe der nördlich des 
Warndtsprunges gelegenen Pacht 
felder St. Charles und Vuillemin. 
Zum 1.1.1972 Rückgabe des südlich des 
Warndtsprunges gelegenen Pacht 
feldes Ste. Fontaine. 
Zum 1.1.1982 Rückgabe der gleichfalls südlich 
des Warndtsprunges gelegenen 
Pachtfelder Merlenbach und Cu 
velette. 
Die lothringischen Gruben haben nach dem 
Vertrag das Recht, von der Gesamtmenge von 
66 Millionen Tonnen während des zum 1.1.1962 
endenden ersten Zeitabschnittes bis zu 20 Mil 
lionen, während des zweiten und dritten Zeit 
abschnittes bis zu 46 Millionen Tonnen abzu 
bauen. In dem nördlich des Warndtsprunges ge 
legenen Pachtfeld ist die Gewinnung der loth 
ringischen Gruben auf 12 Millionen Tonnen be 
grenzt. Sollten die im einzelnen festgelegten 
Höchstmengen von den lothringischen Gruben 
vor den genannten Zeitpunkten erreicht oder 
die Gewinnung endgültig eingestellt werden, so 
endet die Verpachtung vorzeitig. 
Die Saarbergwerke AG wird im Zuge der 
Rückgabe der Pachtfelder in diesen Feldern 
einen Vorrat an bauwürdiger Kohle von insge 
samt rund 500 Millionen Tonnen übernehmen. 
Das Unternehmen wird spätestens zum 1.1.1982 
über das gesamte Warndtkohlenvorkommen 
verfügen und damit in diesem besonders kohle 
reichen Teilgebiet des Saarkohlenvorkommens 
die ihm bisher fehlende, für die Zukunft des Un 
ternehmens entscheidende, vor allem auch 
reiche Fettkohlenvorräte enthaltende Kohlen 
grundlage erhalten. 
Während der Zugang zum Warndtkohlenvor 
kommen für den Saarbergbau lebenswichtige 
Bedeutung hat, erleiden die Houilleres du Bas 
sin de Lorraine durch die Rückgabe der Pacht 
felder an die Saarbergwerke AG keinen Sub 
stanzverlust, da das lothringische Kohlenvor 
kommen nach Vorräte von 4,5 bis 7 Milliarden 
Tonnen Kohle enthält. Die Houilleres du Bassin 
de Lorraine verfügen zum Ausgleich für die 
Warndtpachtfelder zunächst über drei geeignete 
Ersatzfelder mit je 100 Millionen Tonnen Kohle, 
deren Gewinnung von den bestehenden Schacht 
anlagen aus erfolgen kann. 
Andererseits erwachsen der Saarbergwerke 
AG aus der Übernahme der Pachtfelder im 
Warndt zusätzliche Lieferverpflichtungen. Nach 
den Bestimmungen des Saarvertrages ist die 
Saarbergwerke AG verpflichtet, spätestens vom 
1.1.1958 ab auf die Dauer von 25 Jahren von 
der ihr zum Verkauf zur Verfügung stehenden 
Kohlenförderung einen Anteil von 33 % nach 
Frankreich zu liefern. Dieser Anteil von 33 % 
erstreckt sich nicht auf die Förderung aus einer 
im Warndt neu zu errichtenden Schachtanlage 
und bei der Grube Velsen nur auf den Anteil 
der Förderung in Höhe der dort im Jahre 1952 
geförderten Kohlenmenge.
	        

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