Full text: 1958 (0086)

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Wie kamen die Monate zu ihren Namen? 
Von Erich Dole za 1 
Wir reißen das Deckblatt des neuen Kalen 
ders ab und sehen die rote Feiertagsziffer: 
1. Januar. Da taucht gleich die schon so oft 
gestellte Frage auf: Warum gerade der erste 
Januar, könnte nicht jeder beliebige andere Tag 
Jahresanfang sein, ist dieses Datum durch ir 
gendein Naturereignis besonders ausgezeichnet? 
Leider nein, der 1. Januar als Jahresbeginn ist 
tatsächlich eine ganz willkürliche Einführung, 
die allerdings schon ein ehrwürdiges Alter hat. 
Wenn wir uns unsere Monatsnamen näher an- 
sehen, bemerken wir, daß September, Oktober, 
November und Dezember so viel wie Siebenter, 
Achter usw. heißen, obwohl sie in Wirklich 
keit der neunte, zehnte usw. sind. Da stimmt 
schon etwas nicht. Tatsächlich haben die Rö 
mer ursprünglich das Jahr mit dem März, dem 
Monat ihres wichtigsten Gottes, des Kriegsgot 
tes, begonnen. Sinnvoll stand der Jahresanfang 
zu Beginn des pflanzlichen Lebens im Frühling. 
Mit Jahresbeginn traten aber auch die Konsuln 
ihr Amt an, die sich gleich zu den Legionen be 
gaben. Als die Grenzen Roms schließlich weit 
von der Hauptstadt entfernt verliefen, brauchte 
die Reise der Konsuln an die Kriegsschauplätze 
geraume Zeit. Mit Eintritt der besseren Jahres 
zeit nahmen aber die Kriegshandlungen nach 
der Winterruhe wieder ihren Fortgang, die Kon 
suln aber kamen zu spät. So wurde einfach der 
Jahresbeginn auf den ersten Januar verlegt, Jah 
resbeginn und Amtsantritt der Konsuln fielen 
wieder zusammen und die Konsuln kamen recht 
zeitig bei Beginn der militärischen Operationen 
zu ihren Legionen. So wurde der Januar zum 
ersten und der Februar zum zweiten Monat des 
Jahres. 
übrigens wissen wenige die Bedeutung und 
den Ursprung unserer Monatsnamen, soweit sie 
nicht die schon erwähnten Zahlenbegriffe sind. 
Februar kommt von Plutus Februus, vom reini 
genden Pluto der Unterwelt, mit Februar sank 
das alte römische Jahr gleich den Seelen der 
Verstorbenen ins Dunkel der Zeit und wurde 
einem reinigenden Prozeß unterworfen. Der 
März erinnerte an den Kriegsgott Mars, der 
April an den Lichtgott Apollo Aperte, von 
aperire — öffnen. Der Mai gehört dem Jupiter 
Majus, dem herrlichsten Göttervater, und der 
Juni dessen Gemahlin Juno. Im Juli und August 
werden wir an die großen Römer Julius Cäsar 
und Kaiser Augustus erinnert. Daß der April ein 
mal „Nero" und der Oktober „Domitianus" ge 
heißen hat, sei als Kuriosum, das nur Episode 
blieb, erwähnt. 
Das schwierigste Kalenderproblem ist die 
Übereinstimmung der Erdrotationen mit einer 
Umdrehung um die Sonne. Leider hat die Natur 
eine Laune offenbart, indem auf einen Umlauf 
um die Sonne keine ganze Zahl von Tagen 
kommt. Auf ein Jahr fallen 365,2422 Tage. Um 
den Kalender, die Tageseinteilung, mit dem 
jahreszeitlichen Ablauf für lange Zeit in Über 
einstimmung zu erhalten, sind komplizierte 
Schaltmethoden nötig, einmal muß ein Tag dazu 
kommen, dann wieder ausgelassen werden. Un 
ser gegenwärtiges Schaltsystem, das auf die gre 
gorianische Kalenderreform des italienischen 
Gelehrten Luigi Lilio zurückgeht, nachdem be 
reits der deutsche Astronom Regiomontanus, 
gest. 1476, daran gearbeitet hatte, ist von sol 
cher Genauigkeit, daß ein Kalenderjahr im 
Durchschnitt nur 12 Sekunden länger ist als ein 
wirkliches Sonnenjahr und erst nach 3320 Jah 
ren ein Tag zu viel gezählt wird. 
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