Full text: 1957 (0085)

Spannungsmeßbrücke (Abb. 3) in Verbindung 
mit dem Hochspannungsgenerator (Abb. 3). 
Außer der erwähnten Methode nach Murray 
gibt es noch die Methoden nach Varley, 
Heinzeimann und Graf, die man für spezielle 
Zwecke verwendet. 
2. Stromrichtungsmessung (n. Wurmbach): 
Wurde der Fehlerort nach einer unter 1. er 
wähnten Methode bestimmt und der Fehler 
an dem freigelegten Kabel äußerlich nicht 
gesehen, so wird, damit das Kabel nicht an 
der falschen Stelle geschnitten wird, die 
Stromrichtungsmessung angewandt. Voraus 
setzung hierzu ist, daß an der Fehlerstelle 
eine gut leitende Verbindung zwischen 
Fehlerader und Bleimantel oder Blechbeweh 
rung besteht. Dann wird ein Gleichstrom 
(Autobatterie) auf die Fehlerader geschickt. 
Der Rückfluß erfolgt über den Bleimantel. 
Mit einem empfindlichen Galvanometer wird 
jetzt mit Hilfe von 2 Elektroden der Blei 
mantel in gleichen Abständen abgetastet. 
Sobald die Fehlerstelle überschritten ist, än 
dert sich der Ausschlag des Galvanometers. 
3. Kapazitätsmessung: Sie wird angewandt bei 
reiner Kabelunterbrechung. Durch Grubensen 
kungen kommt diese Fehlerart häufig vor. 
Jedes Kabel hat eine bestimmte Kapazität. 
Diese wird mit Hilfe einer Kapazitätsmeß 
brücke gemessen. Man mißt die Kapazität 
einer gesunden und einer unterbrochenen 
Ader. Wenn alle Adern unterbrochen sind, 
wird von beiden Kabelenden gemessen. 
Dann ermittelt man durch Vergleich der Ka 
pazitäten mit der Kabellänge den Fehlerort. 
Zur Vorbeugung haben wir die Kapazität 
der wichtigsten Kabel im gesunden Zustand 
gemessen, denn es kommt öfter vor, daß 
alle Adern unterbrochen sind und auf einer 
Seite alle einen satten Erdschluß haben. 
Dann ist es von großem Nutzen, wenn man 
auf die vorher aufgenommenen Werte zu 
rückgreifen kann. Die reine Unterbrechung 
kann man noch mit einer anderen Methode, 
die auch von der Kapazität des Kabels ab 
hängig ist, bestimmen. Das Kabel wird mit 
Hilfe einer Batterie aufgeladen und über 
ein Galvanometer entladen. Der Fehlerort 
wird bestimmt, indem man die Werte der 
Zeigerausschläge des Galvanometers mit der 
Kabellänge ins Verhältnis setzt. 
4. Hochfrequenzverfahren (Radar Abb. 6): 
Mit diesem Verfahren können Erdschluß, 
Kurzschluß, reine Unterbrechung und Unter 
brechung mit Erdschluß aller Adern gemessen 
werden. Es arbeitet nach dem Prinzip des 
Echolotes. In periodischer Folge werden 
elektrische Impulse in das zu untersuchende 
Kabel geschickt, die an der Fehlerstelle 
reflektiert werden. Die Hin- und Rücklauf 
zeiten sowie die Impulse werden durch 
Abb. 6 Radargerät 
Steuerung im Gerät auf einer Braun'schen 
Röhre sichtbar gemacht. Der Kabelanfang 
sowie die Reflexionsstellen erscheinen als 
Ausschläge nach oben bzw. nach unten, die 
Laufzeiten erscheinen dabei als Linie. Eine 
Unterbrechung zeigt bei positiv gesandtem 
Impuls einen positiven Ausschlag und ein 
Erd- oder Kurzschluß einen negativen. Da 
auch Abzweig- und Verbindungsstellen an 
gezeigt werden, ist es ratsam, das Röhren 
bild der Kabel im gesunden Zustand zu 
photographieren. So bemerkt man bei einem 
Fehler durch Vergleich des Röhrenbildes mit 
der Photographie sofort die Abweichungen. 
Kennt man die Laufzeiten des Gerätes, so 
kann man, ohne die Kabellänge zu wissen, 
die Entfernung des Fehlerortes bestimmen. 
5. Fehlerortbestimmung mit Kabelsuchgerät 
(Abb. 8). Mit diesem Gerät lassen sich fol 
gende Fehler bestimmen: Kurzschluß, Unter 
brechungen mit Erdschluß und alladriger 
Erdschluß, wenn an der Fehlerstelle ein ge 
ringer übergangswiderstand ist. Ist die Feh 
lerstelle durch ein vorgenanntes Verfahren 
Abb. 7 Röhrenbitd eines Kabels
	        

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