Full text: 1957 (0085)

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es weist darauf hin, daß sich Tiere und Pflanzen 
auf eine gemeinsame Wurzel zurückführen lassen. 
Wir haben erfahren, daß der Besatz von Blatt 
grün für die Pflanzenwelt typisch ist. Dadurch 
ist die Pflanze in der Lage, sich ganz anders zu 
ernähren als das Tier. Allein auf dieser Tatsadie 
basieren die Unterschiede zwischen den höheren 
Vertretern beider Reiche in Aufbau und Form. 
Sie sind die Folge der verschiedenen Emährungs- 
arten. Die Pflanze erzeugt in ihren grünen Blät 
tern aus anorganischen Stoffen organische Nah 
rung. Die Tiere, denen ja das Blattgrün fehlt, 
vermögen das nicht. Sie sind auf organische 
Nahrung ihrer Umwelt angewiesen, also letzten 
Endes auf die grüne Pflanze. 
Die anorganischen Verbindungen, die die grüne 
Pflanze zum Aufbau der organischen benötigt, 
sind einfach in ihrer chemischen Zusammen 
setzung. Folglich bedarf die Pflanze keiner be 
sonderen Einrichtungen zum Aufbau, wie sie das 
Tier im Verdauungsapparat besitzt. Die anorga 
nischen Nahrungsstoffe stehen der Pflanze über 
all zur Verfügung. Sie braucht sie also nicht zu 
suchen. Daher fehlen der Pflanze allgemein Fort- 
bewegungs- und Sinnesorgane. Die notwendigen 
Nährstoffe aus der toten Welt stehen der Pflanze 
aber nur in stark verdünntem Zustand zur Ver 
fügung. Deshalb hat sie einen weit verzweigten 
Körper mit großen äußeren Oberflächen (Wur 
zeln, Zweige, Blätter) geschaffen. Man hat z. B. 
an einer einzigen freistehenden Getreidepflanze 
über 2 Millionen Seitenwurzeln gezählt, so daß 
die Gesamtlänge des Wurzelsystems etwa 80 km 
beträgt. Ähnliche, nicht vermutete Ausmaße erhält 
man, wenn man die Blattflächen eines Baumes 
zusammenzählt. Diese gewaltige Fläche dient der 
Atmung, der Verdunstung, der Aufnahme der 
Kohlensäure und dem Auf fangen des Sonnen 
lichtes, das der Pflanze die Energie liefert. So 
wird uns klar, daß die grüne Pflanze auf Grund 
ihrer besonderen Ernährung große äußere Ober 
flächen braucht, jedoch auf Ortsbewegung ver 
zichten kann. 
Ganz anders sind die Verhältnisse bei den 
Tieren. Sie sind in ihrer Ernährung auf Pflanzen 
oder andere Tiere angewiesen. Sie müssen diese 
suchen und bedürfen daher besonderer Fortbe- 
wegungs- und Sinnesorgane. Damit Reizleitung 
und -auswertung schnell erfolgen, besitzen die 
höheren Tiere ein hoch entwickeltes Nervensy 
stem. Die aufgenommene organische Nahrung 
besteht aus kompliziert zusammengesetzten Ver 
bindungen. In dieser Form kann sie der tierische 
Körper nicht verwerten. Zur mechanischen Zer 
kleinerung sind die verschiedenen Gebisse und 
zum chemischen Abbau die Verdauungsorgane 
(Magen, Darm, Leber usw.) entwickelt. Die so 
zerkleinerten Stoffe werden von großen inneren 
Oberflächen aufgesaugt. Sie befinden sich für die 
gelösten Nahrungsstoffe in der Darmwandlung, 
für den Sauerstoff (Atmung) in der Lunge. Sämt 
liche Oberflächen und Organe müssen auf klein 
stem Raum im Inneren untergebracht werden, 
damit das Tier nicht in seiner Bewegungsfreiheit 
geh'emmt wird. Das Tier muß bestrebt sein, 
möglichst klein zu sein. Selbst die Riesen der 
Tierwelt, Riesenhai und Riesenschlange mit ca 
10 m Länge und der Blauwal mit 30 m Länge 
sind klein gegenüber den Mammutbäumen Kali 
forniens mit 120 m und den Eukalyptusbäumen 
Australiens mit 150 m Höhe. 
Die Natur kennt viele Wege und Möglichkei 
ten, die zum Ziel führen. So läßt sich die For 
menfülle der Lebewesen auf wenige Grundgesetze 
der Lebensweise zurückführen. 
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