Full text: 1956 (0084)

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II 
von Thionville, Longwy, der Ardennen und von 
Luxemburg in der einen Richtung, während in 
der anderen Richtung die Erze aus dem Loth 
ringer Becken an die saarländischen Hütten 
überführt werden. Im täglichen Durchschnitt 
werden rund 50 000 Bruttotonnen in beiden 
Richtungen über die Grenze geschleust. Auf 
der Strecke Metz — Forbach liegt der inter 
nationale Reiseverkehr — Paris — Bundesrepu 
blik. Von den zahlreichen Nebenstrecken, deren 
Elektrifizierung vorgesehen ist und von denen 
Valenciennes — Thionville das Rückgrat bildet, 
will ich nur zwei erwähnen: Thionville — 
Luxemburg und die Moselstrecke Thionville — 
Ehrang bei Trier. Nebenstrecken sind alle nur 
in dem Sinne, daß sie kürzer sind als die Haupt 
strecke. Aber sie gehören zum Ganzen, so wie 
die Rippe zum Rückgrat gehört. Alle diese 
Strecken werden für das einphasige 50 Hz Sy 
stem ausgebaut. Da für die Elektrifizierung der 
Saarbahnen das gleiche System vorgesehen ist, 
wird durch die Moselbahn bis Ehrang, zu deren 
Bau der deutsche Verkehrsminister grundsätzlich 
seine Zustimmung gegeben hat, und die von 
Perl bis Nennig über saarländisches Gebiet 
führt, die Vollelektrifizierung der Strecke Saar 
brücken—Trier bedeutend vereinfacht werden. 
Die deutsche Bundesbahn hat sich ihrerseits 
bereit erklärt, auch die Moselstrecke Trier — 
Koblenz in ihre Elektrifizierungspläne einzube 
ziehen und will untersuchen, ob mit Rücksicht 
auf einen zügigen Fahrtablauf diese Strecke mit 
50 Hz elektrifiziert werden kann. Grundsätzlich 
elektrifiziert die deutsche Bundesbahn die neu 
zu elektrifizierenden Strecken mit dem von ihr 
bisher angewandten 16% Hz-System. Hier will 
ich einen Auszug aus Vorträgen von Professor 
Dr.-Ing. KROHNE an der Technischen Akademie 
Bergischland wiedergeben: 
Dr.-Ing. KROHNE sagt: 
„Das 50 Hertz-System hat in den letzten 
Jahren so stark gegenüber dem 16% Hertz- 
System aufgeholt, daß es vielen Fachleuten 
heute wirtschaftlich mindestens gleichwertig, 
iechnisch aber schon dem 16% Hertz-System 
überlegen scheint. Berücksichtigt man weiter, 
daß auf der 50 Hertz-Seite naturgemäß ganz 
andere Entwicklungsarbeiten geleistet werden, 
als auf dem Gebiet einer Sonderfrequenz, so 
scheint vielen um das Gesamtproblem sich 
ernstlich bemühenden Ingenieuren das 50 Hertz- 
System erheblich zukunftsträchtiger zu sein und 
damit im Hinblick auf die weitere Entwicklung 
den Vorzug zu verdienen. Innerhalb des von 
rund 95% aller Verbraucher benutzten 50 Hertz- 
System wird ihrer Meinung nach ein besonderes 
16% Hertz-Bahnstromsystem stets ein Fremd 
körper bleiben, dessen Beseitigung früher oder 
später doch zum Zwang wird. Je später aber 
die unausbleibliche Frequenzbereinigung er 
folgen wird, umso schmerzhafter und kostspie 
liger wird sie sein. Ein wichtiger, zu Gunsten 
Einer der schweren Güterzüge mit Elektro-Antrieb
	        
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