Full text: 1956 (0084)

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Abb. 3 Einzelteile des Funksprechgerätes 
tiven sind völlig gleich. Sie bestehen aus dem 
Sender - Empfänger, dem Mikrofon und dem 
Lautsprecher. Die einzelnen Teile können mit 
Steckern untereinander verbunden werden. 
Sender und Empfänger sind auf einem ge 
meinsamen Chassis aufgebaut, das, gegen Stöße 
durch Gummiblocks gut abgefedert, in einem 
Gehäuse aus Stahlblech aufgehängt ist. Das 
Gerät ist nach dem Baukastenprinzip aufge 
baut. Einzelne Aggregate sind zusammengefaßt 
und als Bausteine gekapselt. Sie sind genau 
wie Röhren mit Stecksockeln versehen, sodaß 
bei Störungen die defekten Teile schnell und 
leicht ausgewechselt werden können. Die Ab 
bildung 3 zeigt ein geöffnetes Gerät mit sei 
nem Zubehör. Man sieht die beiden Reihen der 
Spulensätze, die mittels Scharnierband aufge 
klappt und dann leicht herausgenommen wer 
den können. Darunter sieht man die Miniatur 
röhren. Rechts den Lautsprecher in seinem 
Leichtmetallgußgehäuse und davor das Mikro 
fon mit Sprechtaste. 
Die Funkgeräte auf den Lokomotiven sind 
über den Stromabnehmer mit dem Fahrdraht 
und über die Masse der Lokomotive mit der 
Schiene verbunden. Die Stromversorgung der 
Geräte führt über eine Drosselspule. Die Hoch 
frequenz für Senden und Empfang ist kapazitiv 
an den Ausgang des Gerätes gekoppelt. 
Die Schaltung von Sender und Empfänger ist 
sehr einfach. Der Sender besteht aus Mikrofon 
verstärker, Reaktanzröhre (zur Modulations 
wandlung), Oszillator und einer Doppelend 
stufe, der Empfänger aus 2 Hochfrequenzver 
stärkerstufen, Begrenzer, Diskriminator, Nie 
derfrequenzverstärker- und Endstufe. Eine be 
sondere Rauschsperre sorgt dafür, daß alle 
Signale unterhalb einer bestimmten Amplitude 
gesperrt werden. Hierdurch ergibt sich eine fast 
vollständige Ruhe im Lautsprecher, wenn nicht 
gesendet wird. Ein Regelwiderstand hinter der 
ersten Hochfrequenzverstärkerstufe gestattet, 
die Empfindlichkeit des Empfängers dem Stör 
pegel des Netzes anzupassen. Der Lautsprecher 
besitzt ein Potentiometer zur Lautstärkenrege 
lung. Auch ist das Gerät mit einer selbsttätigen 
Lautstärkenregelung versehen. 
Die Einfachheit der Anlage erlaubt natürlich 
nur einen Wechselsprechverkehr. Alle Empfän 
ger sind auf Empfang geschaltet und die Sende 
röhren vorgeheizt, sodaß dauernde Sendebe 
reitschaft vorliegt. Zum Senden muß eine Sprech 
taste am Mikrofon gedrückt werden und nach 
Beendigung des Sprechens losgelassen werden. 
Da sich der ganze Funkverkehr nur auf einer 
Frequenz abwickelt, darf jeweils nur eine Sta 
lion senden. Alle übrigen Stationen hören dann 
gleichzeitig mit. Diese Art des Wechselspre 
chens ist in seiner Art etwas anders, als man 
es vom Gegensprechverkehr der normalen Fern 
sprechverbindungen her gewohnt ist. Der ange 
rufene Teilnehmer muß daher solange warten, 
bis der Anrufende sein Sprechen beendet hat. 
Die Güte und Reichweite des Empfanges ist 
weitgehend vom Zustand des übertragenden 
Netzes abhängig. 
Die Fahrdrahtstrecke der Grube Griesborn 
liegt in 250 m Teufe. 
In ihrer größten Längsausdehnung ist sie 
rund 8 km lang. Die Fahrdrahtspannung be-
	        

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