Volltext: 1955 (0083)

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spießte man auf eine kupferne Raumnadei. führte 
sie bis auf den Boden des Bohrloches und stampfte 
dann mit einem Stampfer vorsichtig den Besatz 
aus weichem, sandfreiem Ton oder Letten fest. 
Dann zog man die Raumnadei heraus. Sie hinter 
ließ einen Zündkanal, in den der Bergmann einen 
„Zündhalm“ aus Stroh steckte. Zündschnüre 
kannte man erst viel später. Die Verfertigung der 
Zündhalme war kunstgerecht daheim geschehen. 
Erst schüttete inan feines Pulver in die meist 
15 cm langen Halme, schloß deren obere Öff 
nung mit weichem Siegellack ab und versah sie 
mit Feuerschwamm oder einem Schwefelfaden, 
dem „Schwefelmännchen“. Dieses wurde mit dem 
Grubenlicht angezündet, und unter dem lauten 
Rufe „Es brennt!“ brachte sich die Belegschaft 
eiligst in Sicherheit. Beim Abbrennen des Schwe 
felmännchens entzündete sich das Pulver im 
Halm, und durch die Stichflamme, die durch den 
Schußkanal stieß, wurde das Sprengpulver im 
Bohrloch zur Explosion gebracht. 
Die Schießarbeit war gefährlich und darum 
auch gefürchtet, da bisweilen infolge Unvorsich 
tigkeit sich das Pulver zu früh entzündete und 
fürchterliches Unheil anrichtete. Junge, unerfahrene 
Knappen durften diese Arbeiten gar nicht oder 
nur unter Aufsicht verrichten. 
Blattei ..Das Recht des Saarlandes“ 
Der Teil 7 Arbeitsrecht enthält in erschöpfender Behandlung alle übernommenen 
und neugebildeten arbeitsrechtlichen Bestimmungen u. a. 
Betriebsverf'assurigs- u. Kündigungsschutzgesetz 
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und gleichzeitig das beliebte Heimatblatt 
des saarländischen Bergmannes
	        

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