Full text: 1955 (0083)

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stärkungsringe 600 bzw. 500 mm hoch sind. Die 
Tübbingssegmente sind mit horizontalen und 
vertikalen Flanschen versehen und gegenseitig 
verschraubt. Das Abdichten untereinander ge 
schieht durch 3 mm starke Bleiplatten; die 
Schraubenlöcher sind gegen die Schrauben 
boizen ebenfalls mittels eingeklemmter Blei 
ringeinlagen abgedichtet. Die 324 m hohe Tüb 
bingssäule besteht aus 12 Sätzen von je 18 
Normalringen, 1 Verstärkungsring und 1 Trag 
ring. Jeder 10. Ring ist in abwechselnder Folge 
ein Verstärkungs- oder Tragring. Die oberen 
Normalringe beginnen mit einer Wandstärke 
von 40 mm und enden mit 115 mm. Die Wand 
stärkeänderung verteilt sich auf 16 Abschnitte 
und nimmt jeweils um 5 mm zu. — Die Hinter 
füllung der Ringe mit Rüttelbeton erfolgte im 
mer unmittelbar nach dem Setzen des Ringes. 
Um auch den Paßring einwandfrei vergießen 
zu können, sind in den Segmenten besondere 
Vergießstopfen vorgesehen. Die beiden un 
tersten Tragringe der Tübbingssäule wurden 
mit einer Pikotage versehen, um den unteren 
Schachtteil gegen evtl. Wasserzuflüsse aus dem 
Tübbingsteil zu schützen. Unter Pikotage ver 
steht man einen wasserdichten Abschluß zwi 
schen Ring und Gebirge, der durch Verkeilung 
dieser Fuge mittels Pitchpinebohlen und -keilen 
herbeigeführt wird. Nachdem so der wasser 
dichte Abschluß gegen das Steinkohlengebirge 
erreicht war, wurden die Gefriermaschinen 
stillgelegt und die restlichen Schachtmeter bis 
in den Sumpf unterhalb der 435-m-Sohle, ebenso 
wie die ersten Schachtmeter, nach dem üblichen 
Handabteufverfahren niedergebracht. 
Beim Durchteufen des Füllortes wurde dieses 
vorläufig nach beiden Seiten nur um 1 m aus 
gesetzt und anschließend an das Abteufen 
fertiggestellt. Das Auftauen des Schachtes ge 
schah auf natürlichem Wege und dauerte rund 
1 Jahr. Während dieser Zeit konnten die 
Schachteinstriche mit Fahrten und Ruhebühnen, 
sowie die Spurlatten und Rohre eingebaut wer 
den. Nach dem Auftauen wurden die Tübbings 
schrauben nochmals nachgezogen und die Blei 
fugen nachgestemmt. Damit waren die eigent 
lichen Schachtarbeiten abgeschlossen. Die Ab 
teufanlage wurde demontiert und anschließend 
die Laugenleitungen wieder ausgebaut. Die Ge 
frierrohre verblieben im Gebirge und wurden 
mit Sand, Kies und teilweise mit Zement ver 
fällt. 
Die gesamte Bauzeit für das Niederbringen 
des Schachtes betrug von Beginn des Bohrens 
bis zur Erreichung der Endteufe rund 3 Jahre.
	        

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