Full text: 1955 (0083)

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Aluminiumblech mit 
Leuchtfarbe und 
Glasstaub reflektiert. 
Bis 50 m deutlich 
sichtbar. 
Von Obersteiger Philippi 
Nicht nur für jedes Fahrrad — jedes Auto, jedes 
Pferde- oder Kuhfuhrwerk, sondern auch für 
jeden Handwagen verlangt die Straßenpolizei, 
daß sie mit Rückstrahlern ausgerüstet sein müs 
sen, um in der Dunkelheit nachfolgende Fahr 
zeuge rechtzeitig auf den „Vordermann" auf 
merksam werden zu lassen. Ebenfalls aus 
sicherheitlichen Gründen wird die Beschilderung 
der Straßen, Warn- und sonstigen Hinweisschil 
der in Leuchtfarbe hergestellt. Es ist daher 
eigentlich verwunderlich, daß man in der Grube 
von der Eigenschaft der reflektierenden Stoffe, 
von Leuchtfarben und Leuchtschriften bisher 
noch wenig gesehen hat. Ein Hauptgrund mag 
sein, daß erst in neuerer Zeit die Kopflampen 
mehr oder weniger eingeführt wurden und sie 
es erst gestatten, rückstrahlende Gegenstände 
zeitig zu erkennen. 
In unseren Unfallausschußsitzungen wurde 
immer wieder der Punkt angeschnitten, daß die 
Lokzüge vielfach ohne Schlußiampe verkehren. 
Die ermittelten Gründe hierfür waren immer 
dieselben: Lampenhalter durch Sturz defekt und 
in Reparatur, Birne defekt, vor allem aber: 
Die Lampe mit Lampenhalter war so schwer, 
daß jeder, Lokführer wie Rangierer, sich 
scheute, sie zu benutzen und dann alle mög 
lichen und unmöglichen Entschuldigungen er 
fand, um die Nichtbenutzung zu rechtfertigen. 
Bei der Behandlung des Mißstandes tauchte die 
Frage auf, Rückstrahler statt Schlußlampen zu 
verwenden. Eingehende Versuche mit verschie 
denen Sorten und Größen führten uns dann 
zu folgendem Ergebnis. Die jetzt verwendete 
Art ist ein nach einem amerikanischen Verfah 
ren mit Leuchtfarbe und Glasstaub behandeltes 
Aluminiumblech in der Größe 15x15 cm, beid 
seitig reflektierend, das in einem leichten 
Eisenrahmen gefaßt ist, der sich leicht auf den 
letzten Wagen aufstecken läßt. Er steht so hoch 
über dem Wagen, daß der Lokführer vom 
Führersitz aus, ihn auch bei beladenen Wagen 
mit seiner Kopflampe anleuchten kann. 
Die Scheinwerferlampen der Loks sind so 
montiert, daß sie bei etwa 50 m mit ihrem 
Lichtkern die Schienen treffen, um Weichen 
rechtzeitig zu erkennen. Der Rückstrahler eines 
Vorzuges ist bis dahin also sehr deutlich 
sichtbar, wird darüber hinaus in der oberen 
Randzone des Lichtkegels noch bis 100 m gut 
wahrgenommen und ist sogar bis 150 m erkennbar. 
Bei abgeblendetem Scheinwerfer ist der Rück 
strahler auf 50 m sichtbar. Mit der Kopflampe 
mit Reflektor (Die Lokführer tragen alle Kopf 
lampen mit Reflektor) ist der Rückstrahler bis 
50 m deutlich sichtbar und bis 100 m erkenn 
bar, sodaß der Lokführer von der Lokomotive 
aus immer seinen eigenen Rückstrahler sehen 
kann. 
Jeder Lokführer hat seinen eigenen Rück 
strahler, der mit einer No. versehen ist und für 
den er verantwortlich bleibt. Die beschriebene 
Art ist unzerbrechlich und gegen Schrammen 
und Schmutz äußerst unempfindlich. Das leichte 
Gewicht macht seine Verwendung sehr bequem 
und wir sehen jetzt keinen Zug mehr ohne 
Rückstrahler. 
Aber noch einen anderen wesentlichen Vor 
teil haben die Rückstrahler gebracht. Eine 
Lampe kostet rund 10 000 Frs. und erfordert 
laufende Unterhaltungskosten. Die früher ver 
wendeten Lampenhalter kosteten etwa 3 000 
Frs. Die Kosten für einen Rückstrahler mit Hal 
ter belaufen sich höchstens auf 1 500 Frs. In 
Luisenthal beträgt die Zahl der Lokführer auf 
3 Dritteln 50 Mann. Die Ersparnis für 50 Lampen 
usw. ist also enorm. 
Die Erfolge mit den Rückstrahlern bei der 
Lokförderung haben uns ermutigt, weitere Ver 
suche vorzunehmen. Das Gebiet, für das 
Leuchtfarben in Frage kommen, ist mit folgen 
den Begriffen kurz umrissen. 
Rotes Kreuz für Tragbahrstationen und 
Verbandstrommeln, Weichenböcke mit ver 
schiedenen Leuchtfarben, so daß der Lok 
führer von weitem sieht, in welcher Rich 
tung die Weiche steht. 
Die verschiedenen Beschriftungen wie: 
„Achtung Bremsberg", „Seilfahrt verboten", 
„Sprengstoff" usw. — Wegweiser, Signal 
tafeln und dergleichen.
	        

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