Full text: 1955 (0083)

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ist die Verbindung der einzelnen Anker durch 
Flach-, Winkel- oder U-Eisen oder Stücke von 
Flachseil. Diese Bewehrung verstärkt die Bün 
delung und ermöglicht die Einbringung von Ver 
zug (s. auch Abb. 3). 
Selbstverständlich eignet sich nicht jedes Ge 
stein für die Verankerung. Entscheidend ist die 
Haftfestigkeit des Ankerkopfes im Bohrloch, 
die von der Gesteinsart abhängt. Mehrfache 
Ziehversuche mit hydraulischen Zuggeräten er 
gaben, daß Schlitzkeilanker in Sandstein und 
festem Schiefer noch bei Belastungen von 15 
bis 20 t nicht zu rutschen begannen. Das sind 
Werte, die weit über den theoretisch berech 
neten Lasten liegen und in sicherheitlicher Be 
ziehung als durchaus genügend gelten können. 
In weichem Schiefer oder in der Kohle reicht 
die Klemmkraft des Keilankers jedoch nicht 
mehr aus, während der Spreizhülsenanker auch 
hier noch befriedigende Ergebnisse erbrachte. 
Es versteht sich, daß ein fester Sitz des An 
kers große Sorgfalt beim Bohren, Setzen der 
Bolzen und Anziehen der Verschraubung vor 
aussetzt, da zu lange oder zu kurze Bohrlöcher, 
ungenügend angetriebene oder verschraubte 
Ankerbolzen die Tragkraft erheblich herab 
setzen. 
Die Bruchfestigkeit der Ankerstange selbst 
liegt weit über der genannten Klemmkraft. Es 
besteht deshalb die Absicht, von dem meist 
verwendeten Durchmesser von 30 auf einen 
solchen von 22 mm überzugehen, bei dem die 
Bruchlast immer noch über 16 t beträgt. Die 
dem verringerten Ankerdurchmesser angepaßten 
engeren Bohrlöcher verlangen aber andere 
Bohrstangen und -schneiden als die bisher üb 
lichen. Für Drehbohrmaschinen ist diese Frage 
bereits gelöst. Für Bohrhämmer, d. h. beim Boh 
ren in härterem Gestein, macht das staub 
sichere Bohren mit schmäleren Bohrkronen je 
doch noch Schwierigkeiten. 
Der Ankerausbau besitzt viele Anwendungs- 
mögiichkeiten. Am meisten hat er bisher Ein 
gang in solchen Strecken gefunden, in denen 
mit keinen oder nur mit geringfügigen Abbau 
wirkungen zu rechnen war, z. B. in Aufhauen, 
Förder- und Wetterbergen, Aufklärungs- und 
Rückbaustrecken. Die Flözmächtigkeit betrug 
dabei zwischen 0,80 und 3,00 m, das Einfallen 
6—45°. 
Das Hangende wird in der Regel unverritzt 
gelassen und nur eine der Mächtigkeit entspre 
chende Strosse aufgeschlossen. Wo die Sicher 
heit es erfordert, werden Unterzüge aus Holz 
oder einzelne Warnstempel gesetzt. Abb. 4 u. 5 
zeigen zwei ausschließlich mit Ankern verbaute 
Strecken der Gruben Göttelborn und Gries 
born. Die verschraubten Ankerenden sind gut 
zu erkennen. Die Bewehrung am Hangenden 
besteht aus U- bzw. aus Flacheisen, der Ver 
zug aus eisernen Stäbchen. 
Insgesamt sind in der Gruppe West 1951 bis 
Ende Mai 1954 4.600 m Strecken dieser Art in 
reinem Ankerausbau aufgefahren, die durch 
weg den Eindruck größter Sicherheit machen. 
Dazu kommt eine ausgedehnte Verwendung 
im Kammerbau der Grube Griesborn und 
neuerdings in Göttelborn. 
J£e//una c/er finferöo/zen 
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