Full text: 1955 (0083)

Berglehrling Jakob, Grube Reden-Flamm 
Sporthalle Eppelborn. — Trainingsstunde des 
F.adfahrervereins „Schwalbe“ — Eppelborn. 
Der 18 Jahre alte Elektriker Groß Oswald von 
Grube Maybach und seine Kameraden Ehlen 
Peter und Hell Erwin, beide Hauer auf Grube 
Franziska, sind beim Training. Die Reifen quiet 
schen auf dem Holzboden. Kein Wort fällt, denn 
die Übungen erfordern nicht nur ungeheuere 
Geschicklichkeit, Beherrschung des Körpers und 
des Rades, sondern auch eine vollkommene Kon 
zentration. 30 Übungen müssen innerhalb von 
8 Minuten einwandfrei geleistet werden. Die 
drei fahren Figuren des Kunstreigens, im Sattel 
sitzend, und schließlich dem Steuerrohrreigen, 
das Gewicht auf das Hinterrad verlagernd, das 
Vorderrad in der Luft — Mühle, Kette, 3er 
Kutsche usw. Dann werden sie von Bergmanns- 
töchtem abgelöst, die ebenfalls vorzügliche Lei 
stungen vollbringen und wie die jungen Berg 
leute, Saarlandmeister im Kunstradfahren sind. 
Die Ausbildung der Kunstradfahrer liegt in 
Händen des Trainers SCHILLO, vom Hauptbe 
ruf Schlosser im Kraftwerk Weiher. Er opfert 
sich buchstäblich für die Jugend auf, verwendet 
seine ganze Freizeit an ihre Ausbildung. 3 mal 
wöchentlich wird trainiert — nach Altersstufen 
getrennt von 17 bis 22 Uhr. Von Zeit zu Zeit 
beteiligt sich der Trainer Schillo an Lehrgängen 
des Bundes Deutscher Radfahrer, in denen Spit 
zenfachkräfte die Sportwarte und Kampfrichter 
schulen. Dank der unermüdlichen Arbeit und 
Einsatzbereitschaft des Trainers und des Vor 
sitzenden des Vereins Kurt ENGLER gilt Eppel 
born auch jenseits der Grenzen als Hochburg des 
saarländischen Kunstradsportes. Der Ehrgeiz der 
beiden begeisterten Sportler geht dahin, die Auf 
bauarbeit des Vereins nodr zu erweitern und 
Spitzenleistungen zu erreichen, die auch außer 
halb dess Saarlandes konkurrenzfähig sind. Aber 
dabei stellen sich ihnen fast unüberwindliche 
Schwierigkeiten in den Weg. Hemmend wirkt 
sich vor allem der Geldmangel aus. Der Verein 
verfügt über 18 Räder. Das reicht nicht aus bei 
47 Kunstradfahrern, von denen 29—30 Bergleute 
oder Kinder von Bergleuten sind. Selbst die 
Spitzenfahrer müssen die Räder untereinander 
auswechseln. Eine zweite Sorge: die Behinderung 
des Trainings durch die Tatsache, daß die 
Bergleute in Wechselschicht arbeiten. Da kommt 
es vor,, daß eine Gruppe nur alle 4 Wochen ge 
meinsam üben kann. 
Der Radfahrerverein „Schwalbe“ hat monatlich 
mindestens zwei Veranstaltungen, bei denen 
Groß und Ehlen beim Zweier-Kunstradfahren, Eppelborn
	        

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