Full text: 1954 (0082)

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Donzeie - Mondragon: Die ,,Usine Blondel" 
die Staumauer und zwei 
für den Bau des Ma- 
sdiinenhauses bestimmt. 
Ihre Maximalleistung be 
trug 300 m 3 /Std. Behälter 
von 2,5 bis 4 t Fassungs 
vermögen konnten, an 
Kabeln aufgehängt, den 
Beton über die ganze 
Baustelle verteilen. Nor 
mal wurden täglich 2000 
m 3 Beton dem Bauwerk 
zugeführt. Die Höchst 
tagesleistung betrug 2600 
m 3 . Die Staumauer hat 
eine Länge von 180 m 
und ist gewölbt, der Ra 
dius der Wölbung beträgt 
500 m. Ihre obere Breite 
beträgt 9 m, so daß eine 
bequeme Straße über sie 
führt. Die Staumauer hat 
sechs turmartige Vor 
sprünge mit den Zulei 
tungen zu den Turbinen. 
Der Achsenabstand zwischen Staumauer und 
Maschinenhaus beträgt 70 m. 
Das Gegenstück zu den großen Arbeiten in 
Gönissiat oberhalb Lyons bildeten unterhalb von 
Lyon, zwischen Donzfere und Mondragon, die 
Regulierungsarbeiten am Rhönefluß. Dort hat 
man einen 28 km langen Kanal von 145 m 
Breite und 10,5 m Tiefe (Suezkanal 100 bis 120 m 
breit, 13 m tief) fertiggestellt. Dieser Kanal, der 
auch von Schiffen benutzt werden kann und 
zum Programm der Schiffbarmachung der Rhone 
zwischen Lyon und Mündung gehört, speist eine 
Zentrale mit sechs Kaplan-Turbinen von je 
65 000 PS. Damit dieser Kanal immer die not 
wendige Wassermenge mit sich führt, wurde 
etwas flußabwärts, nach Abzweigung des Kanals, 
in die Rhone ein regulierbares Wehr eingebaut. 
Andere Regulierarbeiten zur Irrigation der an 
liegenden Felder einbegriffen, erstrecken sich 
diese Arbeiten auf eine Gesamtlänge von 40 km. 
Alle Vorsichtsmaßnahmen sind getroffen, um 
die Felder vor Überschwemmung zu bewahren. 
Die Arbeiten wurden 1947 begonnen, im Herbst 
1952 erfolgte die Einweihung. 
Zu dieser Einweihung hatte die französische 
Regierung die Botschafter und Gesandten aller 
in Paris Vertretenen Nationen eingeladen. Mit 
Stolz konnte der Präsident der französischen 
Republik seinen Gästen das mächtige und zu 
gleich prächtige Werk zeigen, zu dessen Her 
stellung nur französisches Material verwendet 
wurde. Macht die ganze Anlage an und für sich 
schon einen überwältigenden Eindruck — nicht 
weniger als elf Brücken überqueren den Kanal —, 
so Ist das Interessanteste die neben dem Tur 
binenhaus liegende Schleuse mit 200 m Länge 
und 12 m Breite, mit Hilfe welcher die Rhöne- 
lanker (9C0 t) den Wasserniveauunterschied von 
23 m Höhe in einer Schleusung innerhalb von 
sieben Minuten überwinden. Diese Schleuse 
steht bis jetzt einzig in der Welt da. 
Nachdem mit Donzere - Mondragon der schwie 
rigste Abschnitt der Rhöneregulierung fertig 
gestellt ist, hat man einige Kilometer nördlich, 
in der Nähe von Montölimar, schon eine neue 
Baustelle eingerichtet, wo eine weitere Zentrale 
über einen Abzweigungskanal von etwa 15 km 
Länge erstehen soll. 
Aber verlassen wir mal die mächtige Rhone, 
um ein an und für sich verlorenes Gebirgs- 
flüßchen zu betrachten, das aber für die elek 
trische Energieversorgung einen bekannten 
Namen trägt. La Truyere hat ihre Quelle im 
Massiv Central in 1350 m Höhe, wirft sich bei 
Entraygues (Aveyron) in den Lot, der in die 
Ga rönne mündet. Auch für die Ausbeutung der 
hydraulischen Kraft der Truyere ist ein Pro 
gramm aufgestellt und zum größten Teil schon 
durchgeführt. Im ganzen 170 km lang, werden 
sieben Zentralen ihre Wasserkraft ausnützen. 
Die größte dieser Zentralen, die von Sarrans, 
mit einem Stausee, dessen Fassungsvermögen 
300 Millionen m 3 beträgt, wurde 1934 fertig 
gestellt, diejenige von Brommat 1932, diejenige 
von Lardit 1947, die von Couesque 1950, während 
die von Bousquet Ende 1952 in Betrieb genom 
men wurde; zwei weitere Stauwerke sind im Bau. 
Couesque hat eine Staumauer von 272 m 
Länge und 60,5 m Höhe, die an der Sohle eine 
Dicke von 11,4 m, an der Krone von 2,7 m hat. 
Der Stausee faßt 56 Millionen m 3 . Das Mauer 
werk der Staumauer hat ein Volumen von 
75 000 m 3 . Das Maschinenhaus hat zwei Francis-
	        
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