Full text: 1954 (0082)

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Donz&re - Mondragon 
Von B a u r a t A. Z e n s , Saarbrücken 
U nser Zeitalter ist gekennzeichnet durch einen 
immer größeren Bedarf an elektrischer 
Energie. Die Erzeugung derselben ist Funktion 
von mehreren Bedingungen, unter welchen die 
physischen die wichtigsten sind, denn diese be 
stimmen die anzuwendende Produktionsart. 
Elektrische Energie kann in Dampfkraftwerken, 
sogenannten thermischen Zentralen und in 
Wasser-Kraftwerken oder hydraulischen Zen 
tralen erzeugt werden. 
In Frankreich haben die am meisten bevöl 
kerten und industriell am stärksten entwickelten 
Gegenden fast keine Wasserkraftquellen. So 
sind: Paris und seine Umgebung, der industrielle 
Norden, das Kohlen- und Industriegebiet Ost 
frankreichs ziemlich weit entfernt von Gebirgs 
gegenden, die leicht mit Wasserkraftwerken 
ausgestattet werden können. Nur die Industrie 
zentren Lyon und Saint-Etienne, in der Nähe 
der Alpen und Massif Central, sind in dieser 
Beziehung begünstigt. Wohl besitzen die oben 
erwähnten Gegenden reiche Kohlenlager (Norden 
und Osten) oder können, wie die Gegend von 
Paris, auf Grund ihrer geographischen Lage, 
ihrer geringen Entfernung von Kohlengruben und 
vorhandenen Wasserstraßen leicht mit Kohlen 
versorgt werden. So bringen Schiffe die Kohlen 
des Nordens auf der Oise nach Paris und die 
importierte Kohle auf der Seine. In der Um 
gebung von Paris befinden sich mehrere be 
deutende thermische Zentralen. 
Man weiß jedoch, daß die thermische Energie 
erzeugung merklich teuerer ist als die hydrau 
lische, und daß es deswegen im allgemeinen 
vorteilhaft ist, die hydraulisch gewonnene 
Energie möglichst auf das ganze französische 
Gebiet zu verteilen. Die geographischen Be 
dingungen zwingen also Frankreich zum Bau 
von Überlandleitungen, deren Länge in Luft 
linie z. B. von Mareges (Dordogne) oder Kembs 
(Rhein) nach Paris 420 km, von Genissiat 
(Rhone) nach Paris 400 km und von Lannemezan 
(Pyrenäen) nach Bordeaux 220 km erreichen. 
Gleichzeitig sind die Ausbeutungsmöglichkeiten 
der Wasserläufe mittlerer und großer Gebirge 
sehr verschieden, sie hängen ab von der Boden- 
und Geländebeschaffenheit und vom Klima. 
Jedes Gebirge hat also seine eigenen Charakte 
ristiken. Das theoretische Ausbeutungsvermögen 
eines Wasserlaufs zur Erzeugung elektrischer 
Energie hängt von zwei Hauptfaktoren ab: der 
zur Verfügung stehenden Wassermenge und 
dem ausnutzbaren Gefälle. Um die Energie 
erzeugung möglichst auf gleicher Höhe zu 
halten, muß die erforderliche Wassermenge 
immer die gleiche sein und dies kann wegen 
der Verschiedenheit der Regen- und Schneefälle 
nur auf künstlichem Wege durch Schaffung der
	        

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