Full text: 1954 (0082)

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Leuchtstoflröhren-Decke in einem Foyer 
und nutzt die Wärme aus, um 
ein feines, nicht brennbares Ge 
webe aus bestimmten Oxyden 
zu erhitzen. Dieser sogenannte 
Glühstrumpf ist dann die eigent 
liche Lichtquelle. Bei der elek 
trischen Glühlampe verwendet 
man dagegen als Lichtquelle 
einen Kohle- und Wolframfaden. 
Da diese Fäden nur Dicken von 
hundertstel Millimeter haben 
und auf Temperaturen von 2500 
bis 2700 Grad Celsius erhitzt 
werden, würden sie an der Luft 
sofort verbrennen. Luftleere 
oder mit neutralen Edelgasen 
gefüllte Gaskolben, Wendel und 
Doppelwendel sichern aber eine 
Lebensdauer von 200 Stunden. 
Einen weiteren Warmstrahler 
mit besserem Licht bei größerem 
Aufwand stellt der elektrische 
Lichtbogen dar, werden doch in dem Krater der 
Kohlen Temperaturen von 3600 Grad Celsius 
erreicht. 
Die Erzeugung von „kaltem Licht" ist und 
wird praktisch auch in Zukunft auf die Ver 
wendung der elektrischen Gesamtladung be 
schränkt bleiben. Bei kleinsten Abmessungen 
benutzen wir sie in den sogenannten Glimm 
lampen für Signalzwecke und in Längen von 
60 cm bis zu mehreren Metern als Leucht 
röhren. Die technische Bezeichnung für Leucht 
röhren, die mit normaler Netzspannung arbeiten 
und mittels des Puderbelages weißes Licht er 
zeugen, ist übrigens nicht „Neonröhre“, son 
dern „Leuchtstofflampe“. 
Im Vergleich mit anderen technischen Ge 
räten ist es interessant festzustellen, daß wir 
bei Glühlampen bestenfalls einen Wirkungsgrad 
von 4 Prozent bei Leuchtstofflampen, dagegen 
von 15 Prozent in der Energieumsetzung er 
reichen. 
Die Entwicklung der Lichttechnik 
Der Mensch hat in einem dämonischen Kampf 
eine Höhe der Zivilisation erreicht, die nur 
verstanden und erfaßt werden kann, wenn wir 
einmal die veralteten Grenzen einer teilweisen 
Geschichtsbetrachtung verlassen. Durch die Er 
forschung der Natur wissen wir heute, daß 
unsere Erde etwa 3—4 Milliarden Jahre alt ist, 
während das Alter des Menschengeschlechtes 
vielleicht 500 000 Jahre betragen dürfte. Mit 
dem Auftreten des ersten Menschen erfolgte 
aber auch der erste Eingriff in die Natur: Die 
Beherrschung des Feuers als Waffe, Wärme- 
und Lichtquelle bedeutet die Vorstufe und die 
Voraussetzung zur Eroberung der Erde. Mit 
trockenen Spänen aus harzreichem Holz, den 
Kienspänen, wurde das Feuer gezündet, ge 
hütet und getragen. Der Kienspan war und 
blieb die längste Zeit erste und einzige Licht 
quelle. Das Verfolgen der Entwicklung des 
Kunstlichtes führt zu einer erstaunlichen Zeit 
tabelle: 
Zeit 
Art der Erfindung 
ca. 500 000 v. Chr. 
Kienspan 
ca. 10 000 v. Chr. 
öldochtlampe mit Pflanzenöl 
ca. 0 
Erfindung der Kerze (verm. durch 
Römer) 
1765 n. Chr. 
Glaszylinder für Dochtlampen 
(Quinquiet) 
1808 
Elektrischer Lichtbogen (Davy) 
Leuchtgasflamme 
1859 
Petroleumlampe 
1879 
Kohlenfadenglühlampe (Edison) 
1891 
Glühstrumpf für Gaslampen (Auer 
von Welsbach) 
1906 
Wolframglühlampe 
1909 
Erste Neonröhren 
1932 
Doppelwendelglühlampe 
1935—40 
Leuchtstofflampe 
Man stelle sich nun vor, wir wollten den In 
halt dieser Entwicklung in einem Diagramm 
darstellen, in dem wir horizontal die Zeit und 
vertikal die Höhe der Entwicklungsstufe auf 
zutragen versuchten. Wenn wir dabei die Breite 
des Diagrammes mit 10 cm wählen würden 
(also 1 cm für 50 000 Jahre), so erhielten wir 
praktisch ein Schaubild, das auf 99 mm eine 
einfache horizontale Linie und auf 1 mm einen 
steilen senkrechten Strich aufweisen würde. 
Mehrere hunderttausend Jahre hat der Mensch 
unter primitivsten Verhältnissen buchstäblich 
um das nackte Leben gekämpft, um dann in 
einer Explosion aller Anstrengungen in unvor 
stellbare Höhen der Naturbeherrschung zu 
streben. Man ist versucht, dabei an Münch
	        

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