Full text: 1954 (0082)

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Ideal war auch die Verbindung des Kohlen 
hobels mit diesem Fördermittel (siehe Bild 2). 
Es fehlte anfänglich auch nicht an Gründen, 
die gegen den neuen Förderer sprachen. Da war 
zum Beispiel sein relativ hohes Gewicht. Man 
konnte den Förderer nicht mehr auf die alt 
gewohnte Art und Weise umlegen, d. h. täglich 
auseinandernehmen und die Rinnen einzeln in 
das neue Feld bringen. 
Aber gerade diese Eigenschaft war der Anlaß 
zu einer vollkommen neuen Abbaumethode, 
dem Abbau mit stempelireiei Front. Nun fiel 
das tägliche Demontieren der ganzen Anlage 
fort, und der Förderer wurde mittels Rück 
zylinder, Rückschlitten usw. im ganzen gerückt. 
Die daraus resultierende Ersparnis an Zeit und 
Kräften wurde noch vermehrt durch die Mög 
lichkeit, auf dem Förderer nun alles das auf 
zubauen, was ebenfalls täglich umgebaut wer 
den mußte. So zum Beispiel die Preßluftleitung, 
Signalzüge, elektrische Kabel usw. 
In diese Zeit der Entwicklung fielen eine 
ganze Reihe von Verbesserungen. Man lernte 
ihn sowohl in der seitlichen als auch in der 
senkrechten Richtung beweglich zu machen. 
Diese Beweglichkeit liegt heute zwischen 4—5° 
von Rinne zu Rinne. 
Ein schwacher Punkt des ganzen Panzer 
förderers war von Anfang an die Güte der da 
mals bekannten Ketten. Die gewählte Form der 
einfachen Gliederkette mit 18 mm Gliedstärke 
besteht zwar heute noch. Die Festigkeit ge 
nügte jedoch in keiner Weise. Löbbe, der Vater 
des Panzerförderers, mußte erkennen, daß die 
Einsatzlänge des Förderers entscheidend durch 
die Kettenfestigkeit bestimmt wurde. 
In langwierigen Versuchen 
gelang mit Hilfe einer be 
kannten Spezialfirma die 
Herstellung einer vergüteten 
Kette, die 40—45 Prozent 
über der bisherigen lag. 
Diese Kette zeigte bei einer 
Belastung von 36—40 kg/mm 2 
keinerlei Formänderungen 
der Glieder. Diese hochge 
züchtete Kette wird heute 
noch weiterentwickelt, so daß 
man schon vor der Frage 
steht, anstatt der bisher ver 
wandten Gliedstärke von 18 
mm auf 16 mm zurückzu 
gehen, denn Kettenbrüche 
gehören heute schon zu den 
Seltenheiten im Betrieb. 
Gleichzeitig wurden die 
Kettenschlösser dauernd ver 
bessert. Dank ihrer jetzigen 
zweckmäßigen Form wird 
selbst bei ungünstigen Streb 
verhältnissen eine stetige 
Selbstreinigung der Zwangsführung im Ober 
und Untertrumm der Rinnen gewährleistet. 
Die Zwangsführung des Doppelkettenbandes 
erlaubt jetzt auch das Durchfahren von Störun 
gen bis Flözmächtigkeit sowie Sättel und 
Mulden. 
Die besonders kräftige und schwere Bauweise 
des Panzerförderers bedingt leider auch ent 
sprechend starke Antriebsköpfe. Man bevorzugt 
mit Rücksicht auf die bei uns vorliegenden Ver 
hältnisse und dem Rinnenverschleiß je einen 
Antrieb an der Ladestelle und einen am Um 
kehrende. Als Antriebsmotore finden sowohl 
Preßluft als auch Elektromotore Verwendung, 
deren Zahl nach Länge, Einfallen, Leistung zwi 
schen 1—4 pro Förderer liegt. 
Der beladene Panzerförderer benötigt An- 
Iriebsleistungen von max. 150—200 PS, d. h. 
jeder Motor muß zirka 50 PS besitzen. Man 
verteilt die Antriebskräfte möglichst im Ver 
hältnis 3 : 1 auf die Ladestelle und das obere 
Ende des Förderers. 
Die Inbetriebnahme derartig schwerer An 
triebsaggregate war jedoch nur durch die von 
der Leitung der Saargruben in den letzten Jah 
ren stark geförderten Elektrifizierung des 
Untertagebetriebes möglich. Das vorhandene 
Preßluftnetz in den Abbaubetrieben sowie die 
Kapazität der vorhandenen Kompressoren hät 
ten diesen Anforderungen nie genügen können. 
Die Verwendung von Elektromotoren hing 
ihrerseits aber wieder von der Einführung der 
hydraulischen Kupplungen ab. 
Diese Kupplungen vermitteln den Elektro 
motoren die weichen Anfahreigenschaften der 
Preßluftmotoren und schützen denselben bei
	        

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