Full text : 1954 (0082)

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Die  Modernisierung  der  Saargruben:

acfjtsignalanlagen

Von  Hans  S  c  hw  a  r  t  z

Schematische  Darstellung
des  Fördervorganges  an  einem
Skipschacht
(Entnommen  dem  Prospekt  der
Skip  Compagnie  A.G.)

Durch  die  fortgesetzte  Steigerung  der  Förderleistung,  die  zunehmenden ­
  Teufen  und  die  Ausdehnung  der  Grubenbaue  ergibt
sich  die  Notwendigkeit,  elektrische  Fernmeldeanlagen  mehr  und
mehr  anzuwenden.  Die  wichtigsten  und  ältesten  Anlagen  dieser
Art  sind  die  Schachtsignalanlagen.  Die  erste  Signalübermittlung
geschah  mittels  eines  Hammers,  der  durch  einen  Seilzug  an  eine
Glocke  oder  Metallplatte  angeschlagen  wurde.  Diese  Hammersignale ­
  arbeiteten  nach  dem  heute  noch  geltenden  Grundsatz,
die  Signale  von  der  Sohle  zu  der  Hängebank  und  von  dort  zum
Fördermaschinisten  zu  übermitteln.  Häufig  wurden  auch  an
Stelle  der  Glocke  Dampf-  oder  Luftpfeifen  verwandt.

Die  ersten  elektrischen  Signalanlagen  (um  1890)  behielten  den
Seilzug  bei.  Dieser  betätigte  auf  der  Hängebank  einen  Signalschalter, ­
  der  einen  elektrischen  Rasselwecker  einschaltete.  Als
Stromquelle  diente  eine  Trockenbatterie.  Später  wurden  die
Rasselwecker  durch  Einschlagwecker  ersetzt,  das  heißt  durch
lautstarke  Wecker,  die  bei  beliebig  langem  Festhalten  der
Schalter  in  Einschaltstellung  nur  einen  Schlag  abgeben.  Die
Anschlagpunkte  auf  den  Sohlen  wurden  schließlich  durch  ein
mehradriges  Kabel  mit  der  Hängebank  verbunden  und  die  gesamte ­
  Anlage  infolge  des  höheren  Stromverbrauchs  aus  einer
größeren  Akkumulatoren-Batterie  gespeist.  Die  Batterie  wird
durch  einen  Gleichrichter  dauernd  nachgeladen.  Jede  Sohle  erhielt ­
  eine  Signaltaste  und  einen  Kontrollwecker,  der  mit  dem
Einschlagwecker  der  Hängebank  über  den  Sohlenschalter  in
Reihe  geschaltet  wurde.
Die  Einschlagsignaleinrichtung
unterteilt  sich  also  in  einen
Sohlenstromkreis  zur  Signalgabe ­
  zwischen  Sohle  und  Hängebank ­
  und  in  einen  Maschinenstromkreis ­
  zur  Weitergabe  des
Signals  zum  Maschinisten.  Bei
mehreren  Sohlen  kann  der
Sohlenstromkreis  wahlweise  auf
die  anzufahrende  Sohle  geschaltet ­
  werden.  An  Signalstellen,
wo  sich  zwei  Einschlagwecker
unmittelbar  nebeneinander  befinden,  müssen  sich  diese  eindeutig ­
  durch  ihre  Klangfarbe  unterscheiden.  Diese  einfachen
Einschlagwecker  -  Signaleinrichtungen  befinden  sich  heute  an
allen  Schächten  und  Blindschächten,  die  mit  elektrischen  Signalanlagen ­
  ausgerüstet  sind.
Durch  die  Steigerung  der  Förderleistung  wurde  es  notwendig,
Anlagen  zu  schaffen,  die  den  Umweg  der  Signalgebung  über  die
Hängebank  vermeiden.  Es  wurden  Schnellsignalanlagen  oder
sogenannte  Fertigsignalanlagen  gebaut.
Die  Signale  wurden  hierbei  nicht  mehr  von  der  Sohle  über
die  Hängebank  zum  Fördermaschinenraum  gegeben,  sondern
von  der  Sohle  und  von  der  Hängebank  unmittelbar  zum  Maschinenraum. ­
  Die  Fertigsignalanlagen  werden  nur  bei  Produktenförderung
  oder  Personenfahrten  (Seilfahrten)  angewandt.
Bei  Seilfahrten  mit  gleichzeitigem  Besteigen  mehrerer  Etagen
            
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