Full text: 1954 (0082)

Die maschinelle Ladearbeit I R 
im Zuge der Vollmechanisierung 
ber den Weg vom einfachen Kerben von 
Hand bis zu unseren heutigen modernen 
Groß-Schrämmaschinen hat uns ein Aufsatz im 
Bergmannskalender des vergangenen Jahres ein 
klares Bild gegeben, ln dem verflossenen Jahr 
hat sich nun bewiesen, daß der Weg, den die 
Saargruben nach Kriegsende beschritten haben, 
der einzig richtige war, eine zunehmende Förde 
rung und gleichzeitig eine Leistungssteigerung 
zu erreichen, bei fast gleichbleibendem Stand 
der Belegschaft und unbedingter Erleichterung 
der Arbeitsbedingungen des einzelnen Arbeiters. 
Auf diesem Weg — an dessen Ende die Voll 
mechanisierung einer möglichst großen Zahl von 
Abbau-Betrieben stehen soll — sind wir im 
vergangenen Jahre einen großen Schritt vor 
wärtsgekommen. Der Panzerförderer, vor weni 
gen Jahren noch ein unbekanntes und oft ab 
gelehntes Fördermittel, hat den Rutschenstrang 
fast überall verdrängt und steht heute — mit 
seinen verschiedenen Typen — an der Spitze 
der Strebfördermittel. Dadurch wurde die Mög 
lichkeit geschaffen, der Schrämmaschine, die ja 
den größten und entscheidenden Teil der Vor 
bereitung zum Abbau zu leisten hat, einen sau 
beren, glatten und damit schnelleren Weg zu 
schaffen (Bild 1). Die Schrämgeschwindigkeit 
und vor allem die Zeiten für die dem Betrieb 
nutzlose Talfahrt konnten verringert werden. 
Das war jedoch nur der eine Vorteil. Der für 
den Bergmann viel wichtigere aber war der, 
daß alle während der Schrämarbeit abfallende 
Kohle — einschließlich Kohlenklein — sofort 
abtransportiert und geladen werden konnte, 
ohne nur eine Schaufel oder einen Abbau 
hammer bewegen zu müssen. In der Folge die 
ser Erkenntnis suchte man dann nach Möglich 
keiten, die Menge der auf diesem Wege „ma 
schinell“ gewonnenen Kohle nicht nur zu ver 
größern, sondern zusätzlich auch noch Spreng- 
Bild 2: Schematische Darstellung des Ladens 
mit der Schrämmaschine 
Stoff zu sparen. Man erreichte dies durch Ver 
wendung von sogenannten Schrämpilzen und 
Doppelarmen (Bild 1). 
Durch diese weitere Ausnutzung der mecha 
nischen Möglichkeiten konnten in Streben und 
Flözen mittlerer Mächtigkeit bis zu 40 Prozent 
der Kohle bereits während der normalen 
Schrämarbeit geladen bzw. gewonnen werden. 
Zur gleichen Zeit aber be 
gannen verschiedene Gruben, 
sich mit dem Problem zu 
beschäftigen, ob man nicht 
die Schrämmaschine während 
der zeitraubenden und un 
produktiven Talfahrt zum 
Laden der inzwischen ge 
brochenen und geschossenen 
Oberkohle verwenden könnte 
(schematische Darstellung 
Bild 2). 
Bereits die ersten Ver 
suche zeigten, daß dies gar 
kein Problem mehr war. Man 
hat die nach dem Schrämen 
stehengebliebene Oberkohle 
so geschossen, daß sie lade 
gerecht, aber verhältnis 
mäßig grobklotzig anfiel. 
Nach beendigter Schräm 
arbeit ließ man dann die 
Mascnine mit eingeschwenk- 
Bild 1: Schrämmaschine aui dem Panzerlörderer mit Doppelschram und Pilz 
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