Full text: 1954 (0082)

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LICHT UND PFLEGE 
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D ie meisten Zimmerpflanzen sind große Licht 
freunde, die ohne genügendes natürliches 
Licht, das sie zur Bereitung und Verarbeitung 
ihrer Nahrung brauchen, kümmern und schließ- 
lidi verwelken. Sie gehören deshalb im Winter 
auf das innere Fensterbrett eines regelmäßig 
beheizten Raumes. Die besonders lichtbedürf 
tigen Aipenveilchenarten, von denen das per 
sische Alpenveilchen uns den ganzen Winter 
hindurch mit seinen Blüten erfreut, sollten aufs 
Fensterbrett gestellt werden, weil sie hier die 
ihnen bekömmlichste Temperatur von 8-12 Grad 
vorfinden. Ein vollbesetzter runder Blumen 
tisch am Fenster wirkt recht hübsch, hat jedoch 
den Nachteil, daß nur die fensterwärts gerich 
teten Gewächse genügend Tageslicht erhalten. 
Deshalb sollte er täglich etwas gedreht werden, 
so daß jede Pflanze von Zeit zu Zeit dem Licht 
ausgesetzt wird. 
Weitere Hauptbedingungen für das Gedeihen 
der — in entsprechender Erdartenmischung rich 
tig eingetopften — Zimmerpflanzen sind Wasser 
und Reinlichkeit. Das Gießen hat in jedem 
nötigen Fall reichlich zu geschehen — ausge 
nommen Kakteen — und zwar mit mindestens 
zwölf Stunden lang abgestandenem, ein wenig 
angewärmtem Wasser. In veraltete, glattflächige 
Untersetzer sind — je nach ihrer Tiefe und 
Größe — ein paar 1,5 bis 2,5 cm starke Holz 
stäbchen zu legen, auf denen der Topf so zu 
stehen kommt, daß sein mit einem Luftloch ver 
sehener Boden von dem in den Untersatz durch 
gesickerten Gießwasser nicht berührt wird. 
Nur allzurasch setzt sich Staub auf den 
Blättern, Zweigen und Stämmchen der Zimmer 
pflanzen fest, verstopft die Poren und beein 
trächtigt damit das Gedeihen der Pflanze. Hier 
gegen hilft öfteres überbrausen (Blumenspritze) 
mit lauwarmem Wasser. Blätter und Stengel von 
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Blattpflanzen, wie Palmen, Gummibäume usw., 
müssen wöchentlich mindestens einmal vor 
sichtig, aber gründlich mit einem weichen 
Schwamm abgewaschen werden. Auch die Außen 
seiten des Blumentopfes sind vierteljährlich mit 
warmem Wasser und einer scharfen Bürste zu 
reinigen, denn durch Verschmutzung verliert 
der Topf seine Porosität. Der notwendige, durch 
Atmung ermöglichte Stoffwechsel wird unter 
bunden, und die Erde im Topf „säuert“. Zur 
Pflege gehört auch das rechtzeitige Entfernen 
von vergilbten, vertrockneten, faulenden oder 
kranken Blättern und Zweigen. Blumen müssen 
sofort nach dem Verblühen am unteren Stengel 
ansatz mit einem scharfen Messer abgeschnitten 
werden, da sonst der Pflanze durch Samen 
bildung zuviel Saft entzogen würde. Daß neben 
der gezogenen Pflanze sich keinerlei Unkraut 
ansiedeln darf, ist ebenso selbstverständlich wie 
sorgfältige Reinhaltung von allen tierischen 
Schädlingen. 
Zu trockene Luft, wie sie häufig in zentral 
beheizten Wohnräumen herrscht, ist ein Feind 
der Zimmerpflanzen. Es ist ratsam, ein paar mit 
reinem Wasser gefüllte flache Gefäße zur Ver 
dunstung ihres —• alltäglich zu ergänzenden — 
Inhalts auf dem Fußboden aufzustellen. Durch 
das allmähliche Mitverdunsten einer in diesem 
Wasser aufgelösten Prise Kochsalz erfährt die 
Luft noch eine gewisse Reinigung. 
Etwas liebe- und verständnisvolle Zimmer 
pflanzenzucht, wenn auch vielleicht in beschei 
denem Umfang, ist im Winter eine Quelle reiner 
Freuden. Man darf wohl mit Recht behaupten, 
daß in einem Heim, in dem Blumen und andere 
Pflanzen sorgfältig gepflegt werden, gewöhnlich 
auch ein guter Geist, ein Sinn für das Schöne 
herrscht.
	        

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