Full text: 1954 (0082)

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die immer schlecht aussehen! Am besten und 
zweckmäßigsten ist eine gehobelte der Breite 
des Fensters entsprechend zugeschnittene Dach 
latte, die man naturfarben anstreicht und links 
und rechts vom Fenster mit je einem Kloben 
an der Hauswand so befestigt, daß sie leicht zu 
entfernen ist. 
Die heute überall erhältlichen Blumenkästen 
aus gebranntem Ton sind praktisch und auch 
verhältnismäßig billig. Sie sehen jedoch kalt 
aus. Am ehesten sind die glatten Kasten (ohne 
eingebrannte Verzierungen, die wie aufgemalte 
Blumen auf einer Blumenvase aussehen!) zu 
gebrauchen, wenn man ihre „Kälte“ durch 
etwas herabhängende Blumenpflanzen verdeckt. 
Ohne Zweifel sehen Blumengefäße aus Holz 
am besten aus, dann, wenn sie in ihren Ab 
messungen harmonisch sind. Auffallenderweise 
legt der Laie beim Basteln solcher Kästen auf 
die Abmessung meist wenig Gewicht. Was dann 
bei der Bastelei herauskommt, gleicht oft mehr 
einer Futterkrippe oder einem Kohlenkasten, 
als einem Blumenkasten. 
Aus den Abbildungen ist ein Kasten zu er 
sehen, wie er seit Jahren auf den Fensterbän 
ken verschiedener Behördenbauten des St. Wen- 
deler Landes steht. 
Bild 1 — Gesamtansicht läßt den Kasten lei 
der breiter erscheinen, als er in Wirklichkeit 
ist. Man halte sich an die angegebenen Maße, 
die am besten an der Seitenansicht (Abbildung 2) 
abzulesen sind. Das Längenmaß richtet sich 
selbstverständlich nach der Breite 
des Fensters, über 1 m lange 
Kästen sind unhandlich. Der Kasten 
mit einer Höhe von 13 cm und 
einer Breite von 18 cm (Außen 
maße) hat im Boden mehrere Ab 
zugslöcher (Abbildung 3). Auf den 
Boden sind zwei Führungsleisten 
aufgenagelt, die dem Kasten Halt 
geben, wenn er auf der Boden 
wanne sitzt. Die Bodenwanne (Ab 
bildung 4) besteht aus einem Boden 
aus Faserholz, auf den am Rand 
entlang eine Holz-Randleiste (2,4 
cm x 2,4 cm stark) aufgenagelt ist. 
Die dadurch entstandene Hohlfläche 
ist mit Torf ausgefüllt. Der Torf 
dient zur Aufnahme des austreten 
den Gießwassers und muß beim 
Einfüllen angefeuchtet sein. 
Aus Abbildung 2 ist zu ersehen, 
daß auf dem Boden der Wanne 
eine dem Gefälle der Fensterbank 
entsprechend zugeschnittene Leiste 
befestigt ist. So steht der Kasten 
waagerecht, was in jedem Fall vor 
teilhaft ist. 
Das Holz ist 2,4 cm stark. Der Kasten wird 
am besten elfenbeinfarbig gestrichen. Jede 
andere Farbe sieht meist unschön aus. Neben 
elfenbeinweiß ist noch am besten — je nach 
Anstrich des Hauses — ein resedagrün ange 
bracht. Wer einen solchen Kasten lange behal 
ten will, imprägniere ihn vor dem Anstrich mit 
einem für die Pflanzen ungefährlichen Imprä 
gnierungsmittel (z. B. Vollmann-Salz), säubere 
ihn jeden Herbst und streiche ihn jedes Früh 
jahr neu. 
Vom Schreiner angefertigt ist der beschrie 
bene Blumenkasten selbstverständlich teurer 
als ein Tonkasten. Wenn ich nicht wüßte, daß 
unter 1000 Bergleuten 900 mit Säge und Hobel 
umzugehen verstehen, würden vorstehende Zei 
len und Abbildungen nicht im Bergmanns 
kalender stehen. So aber ist zu hoffen, daß 
mancher Leser des Bergmannskalenders ange 
regt wurde, sich selbst Blumenkästen zu zim 
mern, die „schnittig“ aussehen. Und zu wün 
schen ist, daß alle, die solche Kästen basteln, 
mit den Kästen selbst und vor allem mit dem, 
was darin blüht, Freude haben. 
Noch eins: Wenn die mit Torf gefüllte Blu 
menkastenwanne ihren Zweck erfüllen und das 
austretende Gießwasser aufnehmen soll, muß 
unter allen Umständen dafür Sorge getragen 
werden, daß Kasten-Erde und -Torf durchgängig 
feucht bleiben. Trockene Erde läßt bekanntlich 
das Wasser durch und trockener Torf kann sich 
nur allmählich mit Wasser vollsaugen. Wenn
	        

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