Full text: 1953 (0081)

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Die Bestimmung von Methan 
und Kohlenoxyd in Grubenluft 
Von Dt. W. Schuhknecht, H e i n i t z 
Für die Sicherheit des Bergmanns ist sowohl 
die Überwachung des beim Abbau der Kohle 
freiwerdenden Methans als auch die frühzeitige 
Erkennung des bei Grubenbränden entstehen 
den Kohlenoxyds von entscheidender Bedeutung. 
Das Methan — oft einfach Grubengas ge 
nannt — ist ein geruch- und geschmackloses, 
brennbares Gas. Es ist zwar ungiftig und ohne 
Einwirkung auf die Atmungsorgane; infolge 
seiner Fähigkeit, mit Luft explosible Gemische 
zu bilden, ist es aber eine schwere Gefahren 
quelle im Bergbau. Die explosiblen Methan- 
Luft-Gemische, welche 5—15 Prozent Methan 
enthalten, bezeichnet man als schlagende 
Wetter. Der Methangehalt der Grubenluft soll 
daher weniger als 1 Prozent betragen, also 
weit unter der Explosionsgrenze bleiben. 
Das Kohlenoxyd ist ebenfalls brennbar und 
explosionsfähig. Viel wichtiger für den Berg 
mann ist jedoch, daß dieses färb- und geruch 
lose Gas so giftig ist, daß bereits eine Konzen 
tration von 0,01 Prozent in der Atemluft — das 
entspricht 6 Litern Kohlenoxyd in einem Raum 
von 5x4x3 m = 60 cbm — bedenklich ist. 
Kohlenoxyd tritt im Bergbau beim Brand oder 
Schwelen von Kohle auf. 
Die Untersuchung der Grubenluft auf ihren 
Gehalt an Methan und Kohlenoxyd hat die Auf 
gabe, die Gefährdung von Menschen sowie 
Sachschäden durch Explosionen und Flözbrände 
zu verhindern oder doch möglichst zu verringern. 
Zur Anzeige von Methan unter Tage dient 
die Sicherheitslampe, eine in einem Schutzkorb 
aus Draht brennende kleine Benzinflamme, 
deren Aussehen die Anwesenheit von Methan 
erkennen läßt. Für den Nachweis von Kohlen 
oxyd in der Grube verwendet der Wettersteiger 
Spürröhrchen. Diese Spürröhrchen beruhen auf 
der bei Einwirkung von Kohlenoxyd auf einen 
bestimmten chemischen Stoff auftretenden Fär 
bung. Sowohl Grubenlampe als auch Spür 
röhrchen sind im Grubenbetrieb unentbehrlich, 
reichen jedoch bei höheren Anforderungen 
keinesfalls aus. In letzterem Fall müssen unter 
Tage entnommene Gasproben in gläsernen 
Sammelröhren in das Laboratorium gebracht 
werden, wo empfindlichere und genauere Ge 
räte für diese Untersuchungen vorhanden sind, 
Wir wollen uns hier auf die knappe Be 
schreibung eines neuen physikalischen Meß 
gerätetyps, des sogenannten Ultrarotgerätes, 
beschränken. Dieses Gerät benutzt die Eigen 
schaft von Methan bzw. Kohlenoxyd, Wäime- 
strahlen zu absorbieren, zum Nachweis. Seine 
im Prinzip einfache Arbeitsweise ist folgende: 
Man läßt Wärmestrahlen durch ein Rohr, in 
dem sich die auf Methan bzw. Kohlenoxyd zu 
prüfende Grubenluft befindet, fallen und be 
stimmt die vom Methan- bzw. Kohlenoxyd 
gehalt abhängige Intensität der nicht absor 
bierten Wärmestrahlen mit Hilfe einer Meß 
einrichtung. Diese Wärmestrahlen bewirken 
nämlich eine geringe Temperaturerhöhung des 
in der Meßeinrichtung eingeschlossenen Gases, 
welche eine Druckerhöhung desselben zur Folge 
hat. Diese Druckerhöhung bewirkt die Durch 
biegung einer fünftausendstel Millimeter starken 
Membran, die elektrisch gemessen wird. So ein 
fach die Arbeitsweise dieser Geräte im Prinzip 
ist, so verwickelt ist ihr Aufbau. Hier sei nur 
erwähnt, daß die Ultrarotgeräte noch den Nach 
weis von 0,001 Prozent Kohlenoxyd oder Me 
than ermöglichen. 
Im Bereich der Saargruben finden solche 
Ultrarotgeräte seit mehreren Jahren für die 
Untersuchung der Grubenluft Verwendung. Es 
ist sogar möglich, sie mit Hilfe einer besonders 
entwickelten Transporteinrichtung auf die 
Grubenanlagen zu bringen und so bei Gruben 
bränden unverzüglich an Ort und Stelle ein 
zusetzen. 
WILLY BAUM Ing. 
Kleineisenkonstruktionen 
SAARBRÜCKEN 5, Ecke Burbacher u. Mettlacher Str. - Telefon 5814, Privat 32 88
	        

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