Full text: 1953 (0081)

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Abb. 10 Moderne Vortriebsmaschine 
schinen auf die gleiche 
Art und Weise vor sich. 
Die Maschine steht zu Be 
ginn des Schrämens nor 
malerweise am Strebein 
gang. Dort wird der Aus 
leger eingeschwenkt und 
die Maschine mit Hilfe 
der Winde am Kohlenstoß 
entlanggezogen, so daß 
bei Ende der Schrämarbeit 
der ganze Kohlenstoß 
unterschlitzt ist, dessen 
Tiefe gleich der Ausleger 
länge ist und dessen Höhe 
zwischen 13 und 17,5 cm 
liegt. In besonders dazu 
eingerichteten Streben 
kann der ganze Stoß — 
im Durchschnitt mit 150 
bis 200 m Baulänge — in 
einer ununterbrochenen 
Fahrt abgeschrämt wer 
den, und zwar mit dem 
sog. Spillseil. Hierbei ist 
vom Strebeingang bis zum 
Strebausgang am Kohlen 
stoß vorbei ein Seil ge 
spannt, welches mit zwei- 
bis dreifacher Windung um 
die Trommel der Schräm 
winde liegt. An diesem 
Seil zieht sich die Ma 
schine selbsttätig am Stoß 
vorbei bis zum Strebaus 
gang. Gewöhnlich aber 
wird eine Seillänge = 
Fassungsvermögen der 
Trommel ausgelegt und 
diese Länge abgeschrämt. 
Das Fassungsvermögen 
einer Windentrommel be 
trägt 30—50 m Drahtseil 
mit 16 mm Durchmesser. 
Für das Schrämen von 30 m wird im allgemeinen 
eine Zeit von 20—30 Minuten benötigt. Das 
Seil selbst wird jeweils an einem Zugstempel, 
oder — wenn die Maschine auf einem Panzer 
förderer fährt — am Panzer selbst befestigt. 
Das Seil muß dann — je nach seiner Länge — 
alle 30—50 m wieder neu ausgelegt werden. — 
Ist die Maschine oben angelangt, wird der Aus 
leger wieder ausgeschwenkt und die Maschine 
vor der nächsten Schrämfahrt wieder zum Streb 
eingang gefahren, also Talfahrt gemacht. Hierzu 
ist in den Maschinen ein besonderer Schnell 
gang vorgesehen, um die unproduktive Fahrt 
so kurz wie möglich zu halten. Mit diesem 
Schnellgang kann die Maschine 12—16 m pro 
Minute fahren. 
Die Organisation des Abbau-Rhythmus' ist 
gewöhnlich so durchgeführt, daß vor der Haupt 
förderschicht geschrämt wird, so daß die Beleg 
schaft zu Beginn der Schicht den geschrämten 
und — wenn notwendig — geschossenen Stoß 
vorfindet. Die als Schneidwerkzeuge benutzten 
Meißel sind Hartmetallmeißel, d. h. ihre Spitze 
ist mit einem Stift aus einem Spezialmetall ver 
sehen, das eine sehr hohe Härte und Festigkeit 
besitzt. Diese Meißel sind sehr wertvoll und 
machen einen großen Teil der laufenden Be 
triebskosten für die Schrämarbeit aus. 
Seit Mai 1952 ist nun ein ganz neuer Typ von 
Großschrämmaschine auf unseren Gruben im 
Betrieb, die elektro-hydraulische Großschräm 
maschine SE III (Bild 11). Aussehen und Haupt
	        

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