Full text: 1952 (0080)

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Völklinger Hütte Kohlezeichnung von Albert Bohn 
Etwas Visionäres liegt über noch so schlichten 
Landschaften, und es gibt eine darunter, die 
einfach „Visionäre Landschaft" heißt. Die 
Landschaften beleben sich mit Frauen, die auf 
das Meer hinausblicken oder den Abendhim 
mel betrachten. Schwermütige Abendlandschaf 
ten schildern die Ruhe der Natur. Der Feier 
abend der Menschen, welcher verhalten den 
Ausdruck des vollbrachten Tagewerks mit um 
schließt, wird zum vielerprobten Thema, so 
auch in heimkehrenden Feldarbeiterinnen, die 
als Rötelzeichnung im Besitz der Stadt Wien 
sind. In einer Art Pastorale sind Gruppen von 
Frauen und Bergleuten vor rauchenden Schlo 
ten gemalt. In mythischen und arkadischen 
Landschaften werden Pferde % zur Schwemme ge 
führt oder finden sich Akte badender Frauen. 
Mütter mit Kindern sind oft gestellte und in 
Form von Sinnbildern gelöste Aufgaben. Hier 
schließen sich nach dem Kriege Flüchtlings 
frauen an, bis ähnliche Frauengestalten die Be 
deutung der „Europa" annehmen. 
Der weitere Weg des Künstlers führte über 
einen Studienaufenthalt in Paris und einen 
dreijährigen Aufenthalt in Wien noch einmal 
drei Jahre in den Krieg. Er hat im Jahre 1948 
die „Saarländische Sezession" gegründet, eine 
über das Lokale hinausgehende Vereinigung, 
die mit klangvollem Namen aus dem Saar 
land, aus Deutschland und der Schweiz auf 
wartet. Nach dem Abschluß heute noch schwe 
bender Verhandlungen werden der Saarlän 
dischen Sezession auch bekannte Künstler aus 
Frankreich und Luxemburg angehören. 
Dieser Saarbrücker Maler hat in neuesten 
Bildern, deren moderne Mittel mancher Be 
trachter surrealistisch nennen würde, doch die 
Einheitlichkeit seines persönlichen Stils doku 
mentiert, die ihn zu einer so einprägsamen Er 
scheinung im saarländischen Kunstleben macht.
	        

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