Full text: 1952 (0080)

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und Rhythmus nicht unähnlich dem Schlagen 
der altmodischen Wanduhr in der Wohnstube. 
Auf dem Ofen der kleinen Schankstube surrt 
ein mächtiger, verbeulter Wasserkessel. Warm 
leuchtet das satte Kupfer seines Metalls im 
matten Schein der Stube. Schläfrig erhebt sich 
ein Hund, als wir eintreten. 
In den Gläsern der Gäste schimmert spritziger 
Obermoseler Wein. Im weißen Krug der Ein 
heimischen aber perlt bereits der junge, dies 
jährige „Viez" (Apfelwein). Dieses National 
getränk der alten Kelten, von dem schon die 
alten Römer als den charakteristischen Haus 
trunk der Bewohner unserer Heimat sprechen, 
scheint in diesem Jahr besonders gut geraten, 
denn man lobt ihn sehr. 
Als wir den Rüdeweg antraten, hatte der 
feine Strichregen aufgehört. Aber im Walde 
zwischen den Baumstämmen summen noch leise 
die kleinen Tröpfchen, die von Zweigen und 
Ästen zur Erde und wie Kristallperlen auf dem 
Moos zu unseren Füßen glänzen.
	        

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