Full text: 1952 (0080)

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Heiligenwald 
Von Kurt Hoppstädter, Wiebelskirchen 
B evor man in Heiligenwald, von Landsweiler 
kommend und den Schienen der Straßenbahn 
folgend, die Höhe erreicht, auf der das Sachsen- 
kreuz steht, erblickt man links, unweit der 
Straße, einen alten Grenzstein. Zwar hat der 
Zahn der Zeit ihn angenagt, doch erkennt man 
Grenzstein im Walde bei Heiligenwald 
mit der Nassauischen Wolfsangel 
noch deutlich auf einer Seite die Wolfsangel, 
mit der die Fürsten von Nassau-Saarbrücken 
ihr Besitztum kennzeichneten. Auf der anderen 
Seite sieht man den Zickzackbalken der Frei 
herren von Kerpen zu Jllingen. 
Dieser Stein ist älter als das Dorf. Er wurde 
in einer Zeit gesetzt, als noch kleine Dynasten 
die Geschicke unserer Vorfahren leiteten, wobei 
die Rücksicht auf die eigenen Geldbedürfnisse 
stärker waren als das Wohl der Untertanen. Er 
ist nicht etwa der einzig übriggebliebene. In 
den benachbarten Wäldern gibt es noch einige 
mehr. Sie sind zum Teil sogar besser erhalten 
und dienten der Kennzeichnung der Grenze zwi 
schen dem Oberamt Ottweiler, der Grafschaft 
Saarbrücken und der Reichsherrschaft Jllingen, 
so wie sie bis zur französischen Revolution Gel 
tung hatte. 
An die Besitzer der Herrschaft Jllingen, die 
Freiherren v. Kerpen, erinnert noch das be 
kannte Sachsenkreuz, das seit 1940 wieder er 
neuert ist und die alte Inschrift trägt: „Hier fiel 
und starb Johann Georg Sachs 1768." Johann 
Georg Sachs war, nach der Überlieferung, ein 
Jäger der Freiherren v. Kerpen. Er hatte einen 
Jagdunfall erlitten: Aus Versehen war er er 
schossen worden. 
Als vor nun bald 200 Jahren das Ennnerungs- 
kreuz für den freiherrlichen Jäger gesetzt und 
die Grenze gegen das nassauische Gebiet aus 
gesteint wurde, da konnte niemand ahnen, daß 
hier einmal ein Dorf entstehen und Tausende 
von Menschen ihr Heim finden würden. Der 
kleine Helgenwald zog sich von hier den Hang 
hinab ins Klinkental. Westlich und südwestlich 
von ihm erstreckte sich damals wie heute der 
„Große Helgenwald". Er gab dem später ent 
stehenden Ort seinen Namen, 
Grenzstein im Walde bei Heiligenwald 
mit dem Kerpenschen Zickzackbalken
	        

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