Full text: 1948 (0076)

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BUR0RUIüeO 
MS OTjramDes 
Von H. KÖRNER, Saarbrücken. 
Eine graue Burgruine 
Steht im Abendsonnenglanz; 
Efeu webt, der immergrüne, 
Um die Trümmer seinen Kranz. 
J vuf steilen Bergeshöhen standen im Mittel- 
alter stolz und stark die Burgen der Ritter, 
umgeben von festen Mauern, die so leicht 
kein Feind übersteigen konnte. Auch in un 
serer Saarheimat standen solche Ritterburgen. 
Als stumme Zeugen längst vergangener Zeit 
ragen ihre Ruinen in die Gegenwart. Selbst 
die zerborstenen Türme und Bergfriede 
scheint noch ein Hauch des Rittertums zu 
umgeben. 
Bild 2 Die alte Niedbrücke 
(im Hintergrund die Siersburg). 
Doch der Dichter hebt das Gitter, 
Wandelt durch das dunkle Tor, 
Die Gestalten kühner Ritter 
Ruft er aus der Gruft hervor. 
Die Burg Kerpen bei Illingen, die Burg 
Bucherbach im Köllertal, Burg Kirkel, die 
Frauenburg bei Wörschweiler, die Siers 
burg und Burg Montclair waren Sitze 
saarländischer Rittergeschlechter. Wo wich 
tige Straßen durch die Täler liefen, standen 
die Burgen zum Schutze des Landes. 
Gegen feindliche Angriffe von Norden her 
auf das Saarland sind die Burgen Bucher 
bach und Kerpen anzusprechen. 
Die Straßen von Saarbrücken über St. Ing 
bert nach Homburg und von Homburg nach 
Zweibrücken waren durch die Burg Kirkel 
und die Frauenburg geschützt. 
Dort, wo einst der ganze Verkehr von 
Lothringen in das Saarland führte, stand an 
der alten Niedbrücke bei dem Ort Rehlingen 
auf treuer Wacht die mächtige Siersburg. 
Der gesamte Schiffsverkehr aus dem Saar 
land nach Trier und weiter zur Mosel wurde 
von der auf steilem, in weitem Bogen von 
der Saar umflossenen Bergrücken bei Mett 
lach gelegenen Burg Montclair behütet. 
Es kam einst die Zeit, in welcher der 
Ritterstand es vorzog, sich seinen Lebens-
	        

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