Full text: 1948 (0076)

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„Barbarathermen“ ein luxuriöser Bäderpalast 
mit Einzelzellen, Schwimmbassins, Kalt-, Lau- 
und Heißbadräumen einwandfrei festgestellt 
worden war. Die Bezeichnung „Kaiserpalast“ 
verbreitete sich wieder im Volke und in der 
Forscherwelt, trotzdem diese Ruinen uns heute 
noch Rätsel aufgeben Die heute noch gewal 
tigen, bis zu 20 m Höhe aufragenden Ruinen 
sind umweht mit dem Namen Constantin von 
dem einstigen Glanz römischer Kaiserherr 
lichkeit. Es war in Wirklichkeit ein „kaiser- 
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Bild 9 Mutmaßlicher Bau des römischen Kaiserpalastes zur Zeit Constan 
tins des Großen. 
Bild 10 Der römische Kernbau des Domes. Erster Baugedanke auf 
Grund der fest ge st eilten Fundamente und der noch stehen 
den Mauern. Baubeginn etwa 375 n. Chr. 
licher“ Palast. Die eigentlichen Wohnräume 
befanden sich in dem rechteckigen Teile des 
Palastes, dem die weit größeren Repräsenta 
tionsräume vorgebaut waren. Sie waren mit 
den Wohnräumen durch zwei dreifache Säu 
lengänge verbunden. Kostbarstes Baumaterial 
wurde zum Bau des Palastes verwendet. Die 
Gewölbe waren getragen von Marmor-, Gra 
nit- und Syenit-Säulen bis zu 15 m Höhe. 
Marmor aller Art und Färbung bekleidete die 
Wände. Der Palast sank jedenfalls bei der 
großen Zerstörung der 
Stadt im Jahre 451 
in Trümmer, die aber 
heute noch so mächtig 
sind, daß die ehema 
lige Anlage deutlich 
erkennbar ist. 
Der Kernbau des 
Domes zu tf'rier 
geht auf die Römer 
zurück. Dieser römi 
sche Kernbau ent 
stand zu Ende des 4. 
Jahrhunderts unter 
der Regierung des 
Kaisers Gratian, wie 
aus einem Münzen 
fund, der in dem 
Mauerwerk des Kern 
baues gemacht wurde, 
nachgewiesen ist. Der 
Kernbau ist in seiner 
römischen Bildung 
außen wie innen noch 
gut zu erkennen. An 
dem heutigen Dom 
sind sämtliche Baustile von 
seiner Entstehung durch die 
Römer an bis in die jüngste 
Zeit vereinigt. Trotz dieser ver 
schiedener Stilmischungen ist 
er, namentlich im Innern, s* hr 
einheitlich geblieben. Über die 
erste Zweckbestimmung des 
römischen Kernbaues gehen 
die Meinungen hin und her. 
Als ziemlich sicher ist jedoch 
hinsichtlich seiner Bauweise 
anzunehmen, daß er eine qua 
dratische römische Markthalle 
war. die um die Wende des 5 
Jahrhunderts zur christlichen 
Kirche umgewandelt wurde. 
Versunken und vergessen 
sind die vielen Tempel der 
Römer- und Treverergötter, 
dieser Kulturbauten, die sicher 
einst in der Römerstadt ge 
standen haben. Wir kennen die 
zahlreichen Tempelruinen in 
Syrien und Afrika mit ihren 
Säulen, Altarhöfen und Hal 
len. Wir ahnen, daß auch in 
Trier einst eine größere An 
zahl solch herrlicher Tempel 
gestanden hat. Von der Pracht 
dieser antiken Tempelkultur 
könnten wir uns mit Staunen 
ein Bild machen, wenn die
	        
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