Full text: 1948 (0076)

S 
Mehr als zwei Jahre sind es her, daß durch das Eintreffen der alliierten Heere 
das Saarland von den Schrecken des Krieges befreit wurde. In diesem Lande, welches 
unter den umwälzenden Ereignissen so furchtbar gelitten hatte, lebten zuallererst die 
Qruben wieder auf. Getreu ihrer Arbeitstradition haben die Bergleute, immer zahl 
reicher je nach der Wiederinbetriebnahme der Gruben und der Wiedernerstellung 
der Beförderungsmittel, ihre Arbeitsstätten von neuem aufgesucht. 
Mit Unterstützung und unter Führung von französischen Ingenieuren, welche in 
dieses Land, mit dem sie das von 1919 bis 1935 vollbrachte Werk verbindet, zurück- 
fekommen sind, sind die Bergleute auch nicht einen einzigen Augenblick vor der 
rieseühaften Aufgabe zurückgeschreckt. Durch die von ihnen erzielten Erfolge ge 
hören sie heute zu den besten Bergleuten Europas. Sie haben richtig erkannt, daß die 
Besserung ihrer Lebensbedingungen wie auch derjenigen ihrer Mitbürger vor allem 
von ihnen selbst abhängt. 
Der Bergmann ist heute der Träger des gesamten sozialen Lebens und er wird 
es noch lange bleiben, denn die Kohle -wird nicht so bald ihren Platz in der Energie 
wirtschaft verlieren. Noch lange Zeit hindurch wird der Wohlstand der Menschheit 
von einer mehr oder weniger großen Kohlenproduktion abhängig sein. Diese Produk 
tion wird stets die Arbeit des Bergmanns notwendig machen, aber diese Arbeit soll 
durch Anwendung immer modernerer Maschinen ständig erfolgreicher gestaltet 
werden. 
Bei diesem Fortschritt hat jeder seine Verantwortung zu tragen, und dieser Ver 
antwortung wollen wir uns würdig zeigen. Gemeinsam werden wir beitragen zu dem 
Werke des Wiederaufbaues des Saarlandes wie auch Frankreichs. Gerechtigkeit und 
gegenseitiges Vertrauen sollen die Grundpfeiler unserer Zusammenarbeit sein. Alles, 
was in unseren Kräften steht, wird getan werden, um als Gegenleistung für seine 
mutigen Anstrengungen dem saarländischen Bergmann mitsamt seinen Angehörigen 
«in schöneres und sorgenloseres Dasein zu verschaffen. In diese bessere Zukunft 
müssen wir im Laufe des Jahres 1948 einen großen Schritt tun. Daß dies gelinge, ist 
mein Wunsch für alle 
Robert Baboin 
Directeur Gönöral de la Mission Frangaise 
des Mines de la Sarre.
	        

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