Full text: 1948 (0076)

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Löwenzahn: die Blätter werden im Frühjahr 
oder im Herbst gesammelt. Sie ergeoen 
nicht nur einen Tee, der blutreinigend 
wirkt (Blätter und Wurzeln zusammen 
abgekocht helfen bei Verdauungsschwäche 
und Verstopfung und bei Nieren- und 
Blasenleiden), sondern auch einen wohl 
schmeckenden Salat oder ein gutes Ge 
müse. 
Petersilie: fördert die Verdaftung und regt 
die Nierentätigkeit an. Man kocht aus 
Wurzeln und Kraut einen Tee, den man 
schluckweise trinkt. 
Salbei: hilft bei Entzündungen des Halses 
und der Mundhöhle. Ein Teelöffel Blätter 
werden mit 1 1 kochendem Wasser auf 
gebrüht. 
Schafgarbe: man sammelt sie zwischen Mai 
und September an Weg- und Ackerrän 
dern. 3 Teelöffel auf 1 Tasse kochendes 
Wasser ergibt einen Tee, der schluckweise 
bei Leber- und Nierenleiden sowie bei 
Blasenschwäche getrunken wird. 
Schlüsselblumen: man sammelt die Blüten 
und Blätter und trocknet sie. 2 Tee 
löffel nimmt man auf 1 große Tasse 
Wasser, läßt 10 Minuten lang kochen 
und gibt den Tee bei Erkältungen und 
Verstopfung. 
Spitzwegerich (auch Breitwegerich) wächst 
an Wiesen- und Wegrändern. Man sam 
melt die jungen Triebe. Das getrocknete 
Kraut übergießt man mit kochendem 
Wasser und trinkt den Tee gegen Ka 
tarrhe, Husten, Durchfall. 
Veilchen: man sammelt die Blüten und Blät 
ter. Sie werden gegen Keuchhusten ange 
wandt, auch als Gurgelmittel bei Mandel- 
und Halsentzündung. 
Wermut: man sammelt Blätter und Blüten 
im Juli-August und trocknet sie ohne 
Sonne. Wermuttee ist sehr bitter; er muß 
aber ungesüßt getrunken werden und 
hilft dann bei Magen- und Verdauungs 
störungen jeder Art. 
Wir haben nur die gebräuchlichsten Pflan 
zen ausgesucht und doch, wie lang ist schon 
die Liste und wie vielfältig sind die Anwen 
dungsmöglichkeiten! Nutzen wir sie gut, die 
Heilmittel, die die Natur uns geschenkt hat; 
unsere Großeltern schwuren auf sie und 
wurden gesund durch sie. M. A. T. 
GESUND UND SCHÖN 
Liebe entspringt ohne Überlegung, ein 
Zug von Schönheit zieht an und fesselt. 
Wieviel Geist, Güte des Herzens, Zunei 
gung und Gefälligkeit muß ein Freund 
uns gezeigt haben, um in vielen Jahren 
das zu erreichen, was ein schönes Gesicht 
in einem einzigen Augenblick bewirken 
kann ...! 
Dies ist nicht der Ausspruch eines leicht 
fertigen Zeitgenossen, liebe Leserin, sondern 
so schrieb ein kluger Mann in einem ,,Klei 
nen Buch für Frauenzimmer“, das im Jahre 
1750 erschienen ist. Also damals schon gab 
es Schönheitssorgen und gute Ratschläge. Es 
ist also nicht unsere Zeit, die Eitelkeit, Puder 
und Schminke und was alles zur Schönheits 
pflege gehört, erfunden hat. Denken Sie ein 
mal an die alten Volkslieder, wie sie ein 
Loblied auf „die schönen Augen, den roten 
Mund, die zarten Wangen“ singen. 
Schon viel früher aber sprach man von 
Frauenschönheit, und in der griechischen 
Mythologie war einmal Paris verurteilt, zwi 
schen drei Göttinnen die schönste auszu 
wählen. Und aus seinem Urteil sind Zwist. 
Hader und Krieg entstanden. 
Aber wenn wir heute hier von Schönsein 
sprechen, denken wir weniger an Schminke 
und Puder als an „Gesundes Schönsein“. 
Gesund und schön sind eng miteinander ver 
knüpft; sagte nicht Großmutter immer; „Die 
Haare glänzen nicht, das Kind ist krank“. 
Darüber wollen wir heute einmal plaudern. 
Im Sommer ist es nicht schwer, gesund zu 
sein und gut auszusehen. Sonne und Luft, 
Wasser und Wärme, gute Laune und Freude 
helfen mit. Im Herbst und Winter wird es 
schon schwieriger; da gibt es kalte Füße, 
rote Nasenspitzen und verfrorene Hände, 
besonders in diesen Jahren der ungenügen 
den Heizmöglichkeit. Wie können wir uns 
gegen die Kälte schützen und damit zugleich 
etwas für unsere Schönheit tun? 
Unsern Kampf gegen die Kälte — und da 
mit gegen die rote Nase und blauen Hände — 
müssen ,Wir morgens beginnen, wenn wir 
noch warm von der Bettwärme mutig auf 
springen und einige Male tief und langsam 
atmen, und zwar möglichst wenig bekleidet. 
Die Jungen und Beweglichen sollten einige 
Sprünge mit dem Seil anfügen, die Älteren 
machen einige gymnastische Übungen. Auch 
im Winter sollte man sich gründlich mit 
kaltem Wasser waschen; bei einem gesunden 
Körper macht uns selbst die kalte Dusche 
nach einigen Tagen nichts mehr aus. Falls 
sich unser Körper aber von dem Schrecken 
des kalten Wassers nicht mehr erholt, sollte 
man nicht weiter darauf bestehen, dann 
wäre eher ein Besuch beim Arzt am Platze. 
Wenn im Laufe des Tages das Kältegefühl 
wieder zunimmt, so hilft dagegen tiefes Ein 
atmen — aber durch die Nase. Die kalte 
Luft erwärmt sich hier schon etwas, ehe sie 
in die Luftröhre kommt. Das tiefe Atmen 
erhöht übrigens die innere Verbrennung und 
erzeugt dadurch ein Wärmegefühl. 
Neben dieser Abwehr der Kälte durch 
unseren Körper gibt es natürlich die be 
quemere durch Heizen der Räume. Aber
	        

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