Full text: 72.1944 (0072)

Westmark gehört mit zu den wärmsten 
Gegenden Deutschlands. So hat z. B. die Stadt 
Saarbrücken eine mittlere Jahrestemperatur 
von 8,6°, während ihre mittlere Jahreshöchst¬ 
temperatur 12,9° und die niedrigste 4,7° be¬ 
trägt. Diesen Temperaturen entsprechen auch 
die Temperaturen des Grundwassers. Dabei 
sind die Unterschiede zwischen den verschie¬ 
denen Jahreszeiten aber bereits weitgehend 
ausgeglichen. Es werden daher beim Grund¬ 
wasser meist Temperaturen zwischen rund 8“ 
und 9' gemessen. 
Abb. 1. Niederschlagskarte des Saarlandes in den 
Jahren 1881—1910. Nach Hellmann. 
III. Hydrologische Verhältnisse. 
In einem sehr großen Teil des genannten 
Gebietes habe ich im Laufe der Jahre eine 
große Zahl von Untersuchungen durchgeführt 
und dabei wertvolle Ergebnisse erzielt. Es ist 
mir aber unmöglich, mich hier mit allen 
Einzelheiten der Grundwasservorkommen zu 
befassen. Ich will deshalb nur die wichtigsten 
Erscheinungen und Grundlagen der Grund¬ 
wasserbildung und -Vorkommen in den ver¬ 
schiedenen geologischen Formationen und 
Gesteinen besprechen. 
a) Steinkohlengebirge. (Karbon). 
Die Schichtenfolge des Saarkarbons wird 
seit langer Zeit in die Saarbrücker und die 
Ottweiler Schichten gegliedert. Beide trennt 
das die Saarbrücker Schichten ungleichförmig 
überlagernde Holzer Konglomerat. Sowohl die 
Saarbrücker Schichten als auch die Ottweiler 
Schichten stellen eine Folge von Konglome¬ 
raten, Sandsteinen, Tonschiefern und Stein¬ 
kohlenflözen dar. Ihr Anteil am Aufbau der 
einzelnen Formationsstufen ist sehr verschie¬ 
den. Während in den Saarbrücker Schichten 
(untere Saarbrücker Schichten = Fettkohlen¬ 
schichten, obere Saarbrücker Schichten — 
Flammkohlenschichten) die Gesteine vorwie¬ 
gend tonig-schiefrig sind, ist dies in den Ott¬ 
weiler Schichten (Magerkohlenschichten) nicht 
in gleichem Maße der Fall. Die Zusammen¬ 
setzung der einzelnen Schichtenglieder aus 
Konglomeraten, Sandsteinen und Tonschiefer 
zeigt die Abbildung 2. Danach herrschen in 
den Ottweiler Schichten Sandsteine und 
Konglomerate vor. 
Abb. 2. Anteil der Konglomerate, Sandsteine und 
Tonschiefer am Schichtenaufbau des Saarbrücker 
Steinkohlengebirges. 
Soweit in diesen Gebirgsschichten Bergbau 
auf Steinkohle betrieben wird, sind durch die 
mit dem Abbau verbundenen Änderungen des 
Gebirgsverbandes Verschiebungen im Grund¬ 
wasserhaushalt eingetreten, sodaß in diesen 
Gebieten heute im allgemeinen gar nicht nach 
Wasser gesucht wird und auch keine Wasser¬ 
versorgungsanlagen errichtet werden. In den 
meist noch bergbaufreien Raum der Ott¬ 
weiler Schichten sind dagegen einige Wasser¬ 
stellen bekannt, die genügend Wasser liefern. 
Grundwasser kann sich nur in den Teilen des 
Karbons und insbesondere der Ottweiler 
Schichten bilden, deren Gestein wasserdurch¬ 
lässig ist. Das ist vorwiegend der Fall in den 
mittleren Ottweiler Schichten. Das Binde¬ 
mittel ist tonig, jedoch nur in solchen Mengen 
vorhanden, daß der Sandstein noch einen 
genügend großen Porenraum besitzt, um das 
Wasser aufzunehmen. Allerdings sind die 
Poren klein. In der Zeiteinheit werden keine 
großen Wassermengen durchgelassen, sodaß 
Wassererschließungen in dieser Schichten¬ 
folge nicht sehr ergiebig sind. Trotzdem sind 
durch eine Anhäufung der Bohrungen in 
einzelnen Fällen beachtliche Wassermengen 
gefördert worden. Wenngleich die gewonnene 
Menge nicht immer vollauf befriedigt, so 
entschädigt dafür die Reinheit und die 
hygienische Beschaffenheit des Wassers. Durch 
die kleinen Poren wird das Wasser auf ver¬ 
hältnismäßig großer Oberfläche oxydiert und 
auch filtriert. Das Wasser ist also gut zu 
gebrauchen. Auch die Quellen der mittleren 
Ottweiler Schichten geben ein einwandfreies 
Wasser. So hat zum Beispiel die Stadt Illingen 
vor vielen Jahren eine Bohrung auf Wasser 
niedergebracht, der sie weitere folgen ließ. 
Wenn auch die einzelne Bohrung nicht aus¬ 
reichend Wasser aus den oben angeführten 
Gründen brachte, so hat sie doch durch 
weitere Bohrungen den Bedarf decken können. 
Es ist natürlich bei all diesen Wassererschlie¬ 
ßungen darauf zu achten, daß durch die 
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