Full text: 70.1942 (0070)

„Eine lebende Kohle zündet die tote Kohle 
neben sich an". 
„Eine tote Kohle brennt niemand". 
„Gelöschte Kohlen werden im Feuer wieder 
lebendig". 
Wer mit Kohle umgeht wird schwarz, daran 
ist nun einmal nichts zu ändern. Das besagen 
folgende Sprichwörter: „Die Kohle wird durch 
Ruß nicht schwärzer", „Wer mit Kohlen um¬ 
geht, macht sich schwarz", „Wer mit Kohlen 
umgeht, beschmutzt leicht die Hände (17. Jahr¬ 
hundert), „Wer sich mit Kohlen wäscht, weißer 
wird er wohl nicht!" „Sich mit Kohle weiß 
waschen", „Wer in den Kohlkram einzieht, der 
berußet sich selbst", „Wer mit Kohlenträqecn 
umgeht, der wird rußig", „Der muß gute Koh¬ 
len haben, der den Teufel will schwarz machen" 
und „Ein Kohlenträger hat dem Schornstein¬ 
feger nicht viel vorzuwerfen". 
„Kohle und Kreide sind oft Nachbarn", heißt 
ein weiteres Sprichwort. Diese Wetterregel be¬ 
zieht sich wohl mehr auf den Kohlenrauch: „So 
Kohlen bleiben am Hafen hangen, wird ein 
Regen bald anfangen". 
Selbst mit dem Kohlensack beschäftigen sich 
mehrere Sprichwörter: 
„Aus einem Kohlensack kann man kein Wei¬ 
zenmehl schütteln". 
„Aus einem Kohlcnsack kann nichts anderes 
kommen als Ruß". 
„Wer den Kohlensack trägt, fühlt die Schwere 
der Kohlen: wer zusieht, nicht einmal das Ge¬ 
wicht des Sackes". 
„Er ist wie ein Kohlcnsack, schwarz von außen 
und noch schwärzer von innen". 
„Kohlensack gibt keinen Wollsack" — jeden 
falls ein sanftes Ruhekisien ist ein Sack t>orl 
Kohlen nicht gerade! 
So spricht aus der Fülle dieser Sprichwörter 
die der Volksmund in einem halben Jahrtausend 
schuf, um die Kohle zu charakterisieren, das Leben 
selbst zu uns in treffenden Bildern. Manches 
dieser Sprichwörter sieht aus wie eine Binsen- 
Wahrheit, beim näheren Betrachten aber leuchtet 
— angewandt aufs menschliche Leben — dock 
eine kleine Lebensweisheit heraus! 
Alte Bergmanns-Sprichwörter 
Allehöflich, sprechen die Bergleute. 
* 
Bergleute, Werkleute, ansehnliche Leute! 
* 
Biel Bergleute, viel Sitzleder. 
* 
Der beste Bergmann ist noch kein Goldschmied. 
(W'll sagen, daß Erze fördern etwas anderes ist 
als Metall bearbeiten; zu jedem Handwerk ge¬ 
hört eigene Fertigkeit.) 
* 
Ein rechter bergmann fehlet nicht ein ohne licht, fewer- 
Kiici vond Compaß. 
* 
Die gutte bergreyen singen können, sind selten gute 
arbeitet. 
* 
Ein Bergmeister soll von Schlegel und Eisen her¬ 
kommen. 
* 
Bergwerke können nicht alle Jahre schütten. 
★ 
Das reichste Bergwerk wird mit der Zeit erschöpft. 
* 
Wer bergwerck bauen will, der muß arbeitsame händ 
haben. 
* 
Wer im Bergwerk gräbt, findet mehr Steine als Gold. 
^er Deutsche Bergmann ist Oer erste SolOat Oer Arbeit 
Seine Arbeit ist im wahrsten Sinne Dienst für Oas VaterlanO, 
ebenbürtig Oem Einsaß Oes SolOaten an Oer Front 
Hermann Görin g am 11.Januar 1941 
186
	        

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